15 Mai 2007

Grundeinkommen statt Armut - Veranstaltung in Bern





"attac bern" und die "kabba" (Komitee der Arbeitslosen, von Arbeitslosigkeit Bedrohten, Betroffenen und Ausgesteuerte) veranstaltet einen Abend mit Prof. Ueli Mäder und Thomas Näf, der ins Thema Grundeinkommen einführen wird.

Freitag 25. Mai, 20.00
Aula der Schule für Gestaltung Bern

Programm als PDF lesen

13 Mai 2007

Grundeinkommen und die Schulen






Was ist die Zukunft der Arbeit? Das interessiert Lehrerinnen und Lehrer natürlich, weil sie Menschen auch für ein späteres Berufsleben und die Gesellschaft der Zukunft ausbilden.
Das Kollegium einer Sekundarschule vom Zürichsee (Burgerau-Rapperswil) besuchte die Initiative Grundeinkommen im unternehmen mitte in Basel.
Dass der Einzelne mehr Entfaltungsspielraum habe, mehr zu sich kommen und aus sich heraus tätig werden könne, wurde gelobt.
Ob sich an den Lehrplänen etwas ändern, ob Schule individueller werden würde, wurde nicht besprochen.
Dass für die Einführung des Grundeinkommens erst noch der neue Mensch geschaffen werden müsse und die Idee zu utopisch sei, wurde kritisiert.
Mit einem Grundeinkommen, sagte eine Lehrerin, würden viele Schulabgänger erst mal keine berufliche Weiterbildung antreten. Sie würden sich Zeit lassen und erst später mit dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandart ins Berufsleben einsteigen wollen. Dann aber hätten sie nicht die Qualifikation dazu.
Und wer macht die ungeliebten Arbeiten, wenn doch jeder von seinem Grundeinkommen leben kann?
– Diese Arbeiten müssten höher bewertet und besser bezahlt werden. –
Auf der einen Seite solle das Grundeinkommen die Tätigkeit aus intrinsischer Motivation zulassen, aus Gründen, die allein aus mir kommen, auf der anderen Seite soll doch wieder die bessere Bezahlung locken? Ein Widerspruch?
Überhaupt würde mit einem Grundeinkommen weniger gearbeitet, die wirtschaftliche Produktion abnehmen, und dann sei auch nichts mehr zum Verteilen da und zum Kaufen für ein Grundeinkommen.
Die Kritik an der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens war von Seiten der Lehrerinnen und Lehrer deutlich vehementer, als das zaghafte Aufzeigen positiver Aspekte.

Grundeinkommen und die Frauen - Zürich









Oberes Bild: Caroline Krüger, Philosophin und Enno Schmidt, Initiative Grundeinkommen
Mittleres Bild: Claudia Nielsen, Alternative Bank Schweiz
Unteres Bild: Dorothee Vögeli, Journalistin, Sascha Liebermann, Freitheit statt Vollbeschäftigung und Ursula Knecht-Kaiser, Labyrinthplatz Zürich

Die Initiative Grundeinkommen veranstaltete im Cabaret Voltaire in Zürich ein Podiumsgespräch zum Thema „Grundeinkommen und die Frauen“.
Daniel Häni begrüßte und gab eine Einführung.
Welche Vorteile sie denn im Grundeinkommen sähe, fragte die Moderatorin Dorothee Vögeli von der NZZ Ursula Knecht-Kaiser, die durch ihren “Labyrinthplatz“ in Zürich viel Erfahrung mit der sozialen Situation besonders von Frauen hat. Doch Frau Knecht-Kaiser antwortete mit einer angenommenen Grundsatzkritik der Frauen, dass sie nämlich durch ein Grundeinkommen wieder zurückgedrängt würden an den Herd und zu den Kindern, nachdem sie sich halbwegs den Arbeitsmarkt erobert hätten – wenn auch noch immer zu schlechteren Konditionen als die Männer. Sascha Liebermann von der Initiative “Freiheit statt Vollbeschäftigung“ aus Frankfurt/M zeigte Unverständnis für ein solch depressives Frauenbild. Warum sollten sie sich denn zurückdrängen lassen? Ein Grundeinkommen stärke doch ihre Position. Ob eine Frau zuhause bei den Kindern bleiben wolle oder einem Job nachgehen, das sei mit dem Grundeinkommen mehr als heut in die eigene Entscheidungsfreiheit gestellt. Was übrigens genauso für die Männer gelte. Da auch jedes Kind ein Grundeinkommen erhielte, sei zudem mehr Spielraum gegeben für verschiedenste Formen der Betreuung. Claudia Nielsen, VR-Präsidentin der Alternativen Bank, erklärte u.a. die Finanzierung des Grundeinkommens durch die Mehrwertsteuer zum Schildbürgerstreich. Die junge Philosophin Caroline Krüger sympathisierte schon eher mit dem menschlichen Aspekt des Grundeinkommens.
Deutlicher wurde eine Frau aus dem Plenum. So viele Partnerschaften und Ehen würden von Seiten der Frauen nicht aus Liebe sondern wegen des Geldes des Mannes geschlossen und auch aus diesem Grund durchgehalten. Geldbesitz sei in der Schweiz zu einem extrem viel höheren Anteil in Händen der Männer als in den Händen von Frauen. Eine andere Frau aus dem Plenum sagte, sie verstehe dieses ganze Herumreden nicht. Es gehe doch einfach darum, dass die Arbeit nicht mehr den Zwangscharakter habe.


Link zum Nachruf von Sascha Liebermann

10 Mai 2007

Initiative Grundeinkommen in Aarau





Zwanzig Menschen kamen am 29. April zusammen im Forum Schlossplatz in Aarau, dem ersten Sitz der Regierung der Helvetischen Republik im 18. Jahrhundert.
Daniel Häni und Enno Schmidt stellten dort nun das bedingungslose Grundeinkommen vor. Ein Entwicklungsschritt des 21. Jahrhunderts. Nach den politischen Bürgerrechten ein wirtschaftliches. Es untermauert die vorhergehenden Menschenrechte und ermöglicht ihre Ausübung heute.
Die Veranstaltung fand im Kontext der Ausstellung zur Entwicklung der Arbeit in der Schweiz statt. Urlaub zum Beispiel, Ferien, das war bis 1966 noch ein Fremdwort in der Arbeitswelt. Unmöglich. Ein Schlaraffenland für die Faulpelze! Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie Vieles Utopie war, was heute einen selbstverständlichen Ort hat.

Einer Zuhörer fragte, ob nicht vor dem Missbrauch gewarnt werden müsse, den die Mächtigen mit dem Grundeinkommen treiben könnten, vor der Möglichkeit, es als Sparprogramm zu benutzen, mit dem alle Sozialleistungen gestrichen würden aber das Grundeinkommen so niedrig sei, dass niemand davon leben könne, so dass der Arbeitszwang zu Niedrigstlöhnen die Regel würde und die Trennung der Gesellschaft in Gedungene ohne Einfluss und freie Fahrt für Kapitaleigner noch ungehemmter klaffe? Müsste man also nicht eher vor den Gefahren eines bedingungslosen Grundeinkommens warnen, als die Idee mit den guten Gedanken voranzutreiben?
Wir meinen, vor einem möglichen Missbrauch in die Knie zu gehen, bevor die Sache im Guten starkgedacht wurde, ist Selbstverhinderung. Aus der Furcht vor dem Schlechten entsteht noch nichts Neues. Auch bei einem selbst nicht.
Die Haltung des Grundeinkommens ist nicht, ominöse Mächte anzublinzeln und sich die Mütze voll Furcht zu gießen. Sie ist gerade nicht, sich im Irrgarten kommender Enttäuschungen zu verlieren, sondern: aufstehen und verstehen. Sich ernst nehmen, nicht ersonnene Gegner. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Haltung, die nicht in Schwarz-Weiß nach Endgültigkeit kramt, sondern Gehen lernt in Widersprüchen, die sich in Bewegung lösen.

Wie man denn mit dem Ansturm von Migranten umgehen solle, wollte ein anderer wissen, die kämen, wenn ein Grundeinkommen in der Schweiz eingeführt würde? Bedingungslos? Hieße das denn nicht, dass alle Menschen auf der Erde es bekommen?
Doch, das hieße es, denn es ist ein menschheitlicher Gedanke. Doch ohne Form kein Anfang. Und eine Form hat Grenzen. In einem Land eingeführt, würde das Grundeinkommen eine Sogwirkung auf das Nachziehen anderer Länder entfalten.

Für die einen sind es die Migranten, für andere diejenigen, die mit einem Grundeinkommen nur absacken würden. Minderheiten sind einem schnell im Kopf. Sie sind so schön griffig und lenken ab von einem selbst und von der Mehrheit. Oft werden Probleme von Heute genannt, die gegen ein Grundeinkommen sprechen sollen. Aber die sind doch entstanden ohne ein Grundeinkommen und vielleicht gerade deshalb.

Eine Frau nannte das Stichwort Betreuung. Die würde mit einem Grundeinkommen viel mehr möglich. Nicht nur im Konkreten, sondern auch generell in der Haltung den Dingen und Menschen gegenüber. Anstatt die Aufgaben abzuhandeln, sie sich zu Eigen machen.

Initiative Grundeinkommen in der Roten Fabrik in Zürich





In der Roten Fabrik am Zürichsee hat die Alternative der 70er und 80er Jahre ein originalgetreues Refugium. Ein rotes Backsteingebäude mit der berühmten Shedhalle für Ausstellungen, mit Theatern und Werkstätten, Restauration und Büros.
Hier trafen Daniel Häni und Enno Schmidt für eine Podiumsdiskussion mit Beat Ringger zusammen, einem Zentralsekretär des vpod (Schweizerischer Verband des Personals öffentlicher Dienste). Doch der betonte gleich, sich in diesem Gespräch nicht als Vertreter der Gewerkschaft zu sehen.
Schade eigentlich, denn seine Ideen waren nicht schlecht.
Ein Sabbatical-Einkommen schlug er vor, bedingungslos für jeden in einer Höhe, die für drei Jahre Leben ohne Arbeitseinkommen ausreicht. Wie jeder sich dieses freie Einkommen aufteilt, sei ihm überlassen. Weitere Vorschläge: Auch häusliche Arbeit und die Zeit mit den Kindern sollen für die Sozialversicherung angerechnet werden. Firmen, die umweltfreundliche Technologien, zukunftsweisend innovative Produkte entwickeln und herstellen, sollen vergünstige Kredite und Förderungen erhalten und verpflichtet sein, bei gleichen Entwicklungs- und Produktionszielen untereinander zu kooperieren, anstatt sich durch Konkurrenz das Wasser abzugraben.

Fehlte nur noch, dass Herr Ringger verzichtet hätte auf die Stellvertreterrolle von Parteien und Gewerkschaften, die Guten für die Anderen zu sein, dann hätte er statt der genannten und vielleicht noch Tausend weiteren Einzelmaßnahmen die Vernunft und Ideenstärke in die Hände der Menschen gelegt, wie es das bedingungslose Grundeinkommen tut. Es löst die spärlichen Vorgaben für vernünftige Lösungen aus dem Munde der Berufenen ab durch die Ermöglichung aller und ihrer vielfältigsten Formen von Tätigkeit.

Aber! Die gigantischen Konzerngewinne, Millioneneinkommen von z.B. UBS Chefmanagern, diese Geldmacht, das sei doch ungerecht und würde durch das Grundeinkommen nicht aufgehoben!
Was ist denn die Geldmacht, fragte jemand aus dem Plenum. Es sei doch die Macht, Leute für sich zur Arbeit zwingen zu können. Mit einem Grundeinkommen könne man das nicht mehr. Mit einem Grundeinkommen kann jeder auch Nein sagen.
Ein Unternehmer stand aus dem Plenum auf und sagte: Unternehmen sollen überhaupt keine Steuern bezahlen.
Das Grundeinkommen ist kein Ausbau des Sozialstaates, sondern ein Bürgerrecht.

04 Mai 2007

Wenn niemand arbeiten müsste - Artikel in der Aargauer Zeitung



Die Initiative Grundeinkommen sprach am 29. April im Schlossforum in Aarau im Rahmen der Austellung "Panorama der Arbeit" zum Grundeinkommen und seinen nachhaltigen Perspektiven.

"BESSERGESTELLT?
Mit dem Grundeinkommen müsste niemand mehr des Überlebens willen arbeiten. Darum würden beispielsweise die Arbeit an der Supermarkt-Kasse oder andere, weniger geschätzte Jobs besser entlöhnt, so die Überlegung der Initianten."

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Zwei Fernsehbeiträge zum Grundeinkommen

1



Götz Werner und Dieter Althaus zu Gast bei Maybritt Illner im ZDF zur stündigen Politiker-Talk-Runde.
"Geld fürs Nichtstun - Wie gerecht ist ein Grundeinkommen für alle?" lautet der verdrehte Titel und so verlief auch das Gespräch. "Einkommen braucht jeder um Arbeiten zu können!" So brachte Werner die Sache wieder ins Lot. Die beiden Politiker von der SPD und den Grünen aber liessen diesen Gedanken nicht zu und fielen den Ideenträgern Althaus und Werner quasi im Sekundentakt ins Wort...

Die Gäste waren:
Dieter Althaus (CDU), Ministerpräsident Thüringen
Ottmar Schreiner (SPD), Mitglied des SPD-Parteivorstandes
Götz Werner, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von "dm-drogerie markt"
Oswald Metzger (Bündnis ´90/Die Grünen), Finanzpolitischer Sprecher im Landtag Baden-Württemberg
Rita Knobel-Ulrich, Journalistin und Film-Autorin u.a. "Arbeit - Nein Danke"
Heinrich Schafmeister, Schauspieler

Link zur Sendung ZDF

Kommentare zur Sendung

Und eine lesenswert Replik von Sascha Liebermann
Abwehrgefechte und journalistische Verweigerung – Maybrit Illner



2



Ganz anders eine Sendung in der Reihe Z wir Zukunft im 3 SAT.
"Vernetzte Nomaden. Die Zukunft unserer Arbeit" lautet der Titel der 28 minütigen Sendung.

Gut recherchiert und mit eindrücklichen Bildern unterlegt schafft der Film einen tragfähigen Hintergrund, worauf die Idee des Grundeinkommens ohne viele zerredende Worte erscheinen kann. Prädikat: sehenswert.

Link zur Sendung 3SAT

03 Mai 2007

Grundeinkommen und die Frauen - Veranstaltung in Zürich



Veranstaltung im Cabaret Voltaire, Zürich
Donnerstag, 10. 05.2007, 20.00


Grundeinkommen und die Frauen

Dass das Grundeinkommen an jede Person geht, wird eine seiner weitreichendsten Auswirkungen sein! Was würde ein bedingungsloses Grundeinkommen den Frauen bringen? Wie würden sich die Geschlechter-Rollen verändern?

Gespräch mit:

Sascha Liebermann, Freiheit statt Vollbeschäftigung
Caroline Krüger, Philosophin
Claudia Nielsen, Ökonomin, Politikerin und VR-Präsidentin der Alternativen Bank ABS
Ursula Knecht-Kaiser, Labyrinthplatz Zürich
Enno Schmidt, Initiative Grundeinkommen

Moderation: Dorothee Vögeli, Journalistin

Gastgeber: Philipp Meier, Direktor Cabaret Voltaire, Daniel Häni, Initiative Grundeinkommen

Link zum Cabaret Voltaire

01 Mai 2007

Der 1. Mai 2007


Foto: Tobias Meuli


Die neue Farbe der Arbeit
Eine Aktion der Initiative Grundeinkommen im unternehmen mitte in Basel

Hammer und Sichel, Symbole der “Roten“ Arbeit, und eine Schaufel wurden am 1. Mai von der Initiative Grundeinkommen in einer öffentlichen Aktion vergoldet. Damit soll ein alter Begriff der Arbeit abgelöst werden. Hammer und Sichel und weitere Gegenstände der Arbeit strahlen verwandelt in reinem Gold. Alchimistisch und etwas sakral mutet das an. Das Grundeinkommen steht für einen neuen Begriff der Arbeit. Die Initiatoren haben mit dem bedingungslosen Grundeinkommen für alle einen Wertewandel im Blick, eine Aufwertung auch all der Arbeiten, die heute, weil sie nicht in das Raster einer Erwerbsarbeit passen, wenig handfeste Anerkennung und Integration erfahren. Die neue Farbe der Arbeit also ist Gold, und dieses Gold steht für das Können anstelle des Müssens, für Arbeit aus Überzeugung und Zuneigung. Das Credo lautet: Freiheit statt Freizeit!

Daniel Häni und Enno Schmidt





Vergoldung: Christian Kessler, Enno Schmidt und Daniel Häni
Mitarbeit: Alma, Ulrike Rau, Ulrich Muchenberger, Dominique Lüdi, Michele Cordasco
Gegenstände von: Markus Trenkle, Christian Kessler, Thomas Tschopp und Daniel Häni

30 April 2007

Die neue Farbe der Arbeit



In unserer monatlichen Rubrik "Grundeinkommen aktuell" in Info3 geht es diesmal passend zum 1. Mai um die neue Farbe der Arbeit:

Text als PDF ausdrucken und lesen

Am 1. Mai findet ab 13.00 (open end) eine Aktion zur neuen Farbe der Arbeit im unternehmen mitte statt.

Brauchen wir ein neues Sozialsystem?



Taz-Dossier zum 1. Mai!

Artikel von HANNES KOCH / KATHARINA KOUFEN

Und zwölf Plädoyers zum Grundeinkommen:

DIETER ALTHAUS
Ministerpräsident von Thüringen, Präsidiumsmitglied der CDU Deutschland

MARION DRÖGSLER
Vorsitzende des Arbeitslosenverbands Deutschland

BIRGIT ZENKER
Bundesvorsitzende Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)

ULRICH BECK
Professor für Soziologie an der Universität München

ADRIENNE GOEHLER

Publizistin, Berliner Kultursenatorin a. D.

HERMANN OTT

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

REINHARD LOSKE

MdB, Die Grünen

THOMAS STRAUBHAAR

Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts

GÖTZ WERNER
Chef von DM-Drogeriemarkt

ALEXANDER VON WITZLEBEN
Vorstandschef der Jenoptik AG

KATJA KIPPING
Stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei.PDS

WOLFGANG GUTBERLET
Inhaber der Lebensmittelkette Tegut

28 April 2007

Die Geschichte des Grundeinkommens einmal anders erzählt



Wolf Lotter der begnadete "brand eins" Schreiber für Schwerpunkt und Entwicklung, bietet einmal mehr einen Artikel zum vollsten Genuss. Er entwickelt Geschichte und Gegenwart der Kreativität mittels zweier treffenden Charakteristiken: Die Gestörten und die Gehemmten!

"Finsternis lag über der Abteilung
Forschung und Entwicklung.
Da sprach der Kreative: Es werde Licht.
Und es ward Licht.
Der Kreative sah, dass das Licht gut war.
Dann aber sprach der Controller:
Es ist nicht gut, denn das Licht verbraucht Strom.
Und das Produktportfolio blieb dunkel,
wüst und leer."



Artikel als PDF ausdrucken und lesen

22 April 2007

17 April 2007

Es gibt viel zu tun! - Und was würde Karl Marx zum Grundeinkommen sagen?



Interview in der Zeitschrift Agora zum Arbeitsbegriff, zur politischen Einordnung der Initiative Grundeinkommen, der Stellung und Chancen der Gewerkschaften, und dazu, ob das Grundeinkommen nicht ein Festschreibung einer Zweiklassengesellschaft bewirken würde.
Schliesslich auch die Frage: Was würde Karl Marx heute zum Grundeinkommen sagen?

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Veranstaltung in der Roten Fabrik

16 April 2007

Alternative Bank Schweiz diskutiert Grundeinkommen



In der neusten Ausgabe von MONETA, Zeitung für Geld und Geist der Alternativen Bank Schweiz ABS, wird die Idee des Grundeinkommens kontovers diskutiert.

Ein philosophischer Beitrag von Andreas Brenner:
Grundeinkommen - zimlich paradox
Eine Idee läuft vielen etablierten Lehren zuwider, führt aber letztlich Geld zu dem zurück, was es ursprünglich war: Mittel – und nicht Zweck.

Ein soziologisch-feministischer Beitrag von Gisela Notz
Sozialutopie oder "freiwillige Erwerbslosigkeit"?
Ein Grundeinkommen ändert nichts an den Gründen für die sozialen und geschlechterspezifischen Ungleichheiten in unserer Gesellschaft. Eine Kritik aus feministischer Sicht.

Beiträge als PDF lesen

In der gleichen Ausgabe ein bemerkenswertes Portrait eines "autoditakitischen Studenten":
Dominik Ziliotis:
Ist Geld verdienen sinnvoll?


Artikel von Dominique Zimmermann als PDF lesen

14 April 2007

Neu auf grundeinkommen.tv



Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle; was denken Sie, würde das bewirken? Was würde anders; für Sie oder für jemanden, den Sie kennen?

Im April 2006 stellten wir diese Fragen Menschen auf der Strasse in Bern, Zürich und Basel. Seit dem hat sich die Diskussion um ein Grundeinkommen ausgeweitet. Viele – auch “Fachleute“ – haben sich der Idee angenähert, stimmen ihr zu und bestätigen die Machbarkeit.

Die spontanen Argumente dafür oder dagegen haben sich derweil kaum geändert.
Grund für uns, sie in einer neu erarbeiteten Fassung zu zeigen.

Hier geht es zum Film

12 April 2007

DIE ZEIT - Titelgeschichte zum Grundeinkommen





Jetzt kommt DIE ZEIT!

Ein bemerkenswerter Schritt für die Idee des Grundeinkommen: Nach der Taz in Berlin und Facts in der Schweiz macht DIE ZEIT das Grundeinkommen auf der Titelseite zum Thema!

"Nie wieder Hartz IV"
Artikel von Kolja Rudzio als PDF lesen

Sozialhilfeabhängig - Reportage in der Basler Zeitung



Die Basler Zeitung startet eine neue Reportage "über das Leben am Rande der Gesellschaft". Der Beitrag von Denise Battaglia gibt Einsicht in das Leben einer alleinerziehenden Mutter mit 2 Kindern in Allschwil, die nebenbei als Putzfrau arbeitet.

Der Staat zahlt der alleinerziehenden Mutter die Miete von 1363 Franken, die Krankenkassenprämien von 430 Franken sowie 1976 Franken an den sogenannten Grundbedarf.

Beeindruckend sind u.a. die direkten Aussagen von Frau Vetter:

«Aber ich gehe ja nicht wegen des Geldes putzen, sondern weil ich arbeiten will.»

«Ich bin froh, habe ich so bescheidene Kinder.»
Im Bild die Familie am Frühstück.

Frau Veter ist ausgebildete Bürofachfrau. Als ihr Sohn mit anderthalb Jahren aber immer wieder krank wurde, musste sie ihre Arbeit aufgeben.
«Kaum habe ich aufgehört, wurde Joscha nicht mehr krank – offenbar hat er mich einfach gebraucht.»

«Ich schäme mich zu sagen, dass ich von der Fürsorge lebe.»


Am Dienstagabend probt der Allschwiler Gospelchor, in dem sie seit zwei Jahren mitsingt. «Das lasse ich mir nicht nehmen.» Dafür leistet sich Vetter sogar eine Babysitterin – ihr zweistündiges wöchentliches Hobby lässt sie sich 16 Franken kosten.

Artikel als PDF lesen

11 April 2007

Grundeinkommen für Kulturschaffende?



Der Künstler Dieter Meier vom Musikerduo Yello und die Unternehmensberaterin und Ständerätin des Kantons Basel-Stadt Anita Fetz führen in der aktuellen Nummer von Facts eine interessante Kulturdebatte zur Frage, "wer und was sonst förderungswürdig ist?"
Dass sie dabei aufs Grundeinkommen für alle zu sprechen kommen, liegt anscheinend in der Luft.


Meier: ...wichtig ist die Frage, wer darüber entscheidet. Kunst ist ja immer politisch, weil sie etwas in Frage stellt. In totalitären Staaten gibt es rigide Auswahlkriterien. Wer in Moskau vor 30 Jahren abstrakt malte, kam ins Gefängnis. Auch bei uns wird letztlich totalitär entschieden. Irgendwo sitzen irgendwelche Gremien, die darüber befinden, wem sie die Weihe des bürgelichen Künstlers erteilen.

Fetz: Halt, auch ich muss mich einer Konkurenzpräsentation stellen, wenn ich mich mit meiner Beratungsfirma um einen Auftrag bewerbe.

Meier: Ja, aber ihre unternehmerische Leistung lässt sich leichter messen als ein künstlerisches Werk.

Fetz: Das verstehe ich gut. Sie sind Künstler, das bin ich nicht - das heisst: ich arbeite normal wie die meisten Menschen. Ihre Kritik gefällt mir. Konsequenterweise müssten sie die Gesellschaft verändern. Da mach ich gerne mit, aber das ist ein langfristiges Projekt. Es sei denn, Sie gewähren allen Kulturschaffenden einen Grundlohn.

Meier: Damit verschieben Sie das Problem. Jemand muss ja entscheiden, wer ein Kulturschaffender ist.

Fetz: Nein, nicht mit einem Grundeinkommen für alle.

(Der Artikel ist leider nicht online zur Verfügung, aber zum Weiterdenken zu empfehlen)

Volksabstimmung für Einkommen

Aus dem Newsletter des Omnibus für direkte Demokratie in Deutschland:

"Wichtigste Arbeiten werden heute geleistet, ohne daß sie mit Einkommen versehen werden. Wichtigste Arbeiten werden aus dem gleichen Grund verhindert. Deswegen steht die Einkommensfrage auf der Tagesordnung: als Diskussionsgegenstand, als Abstimmungsgegenstand. Das Instrument dafür ist die Volksabstimmung. Dieses Instrument muß jetzt dringend von uns erarbeitet werden."

Flugblatt als PDF herunterladen

10 April 2007

Neu auf grundeinkommen.tv




Grundeinkommen und Gesundheit

Martin Hafen ist Dozent für Prävention und Gesundheit an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern. "Erwerbsarbeit ist krankmachend."
Auch sonst spricht Dr. Hafen eine deutliche Sprache.
Eine partielle Trennung von Arbeit und Einkommen ist für ihn der schönste Nebeneffekt des bedingungslosen Grundeinkommens.
Ob wir uns ein Grundeinkommen leisten können, wurde im Gespräch mit ihm nicht besprochen, aber, dass wir uns die Kosten und Folgekosten der derzeitigen Art von Arbeit nicht mehr leisten können.

Hier geht es zum Film.

Veranstaltungshinweise April

Enno Schmidt in Frankfurt
Donnerstag 12. April, 20.00
Einladung als PDF


Götz Werner in Lörrach
Montag 23. April, 15.30
Link zum Programm

Althaus, Werner, Kipping u.a. in Berlin
Dienstag 24. April, 17.00
Link zum Programm als PDF

Initiative Grundeinkommen und Denknetz in Zürich

Mittwoch 25. April 2007, 20.00
Flyer Rote Fabrik als PDF

Initiative Grundeinkommen in Aarau
Sonntag 29. April, 17.00
Link zum Programm


Aussicht im Mai:

Die neue Farbe der Arbeit, Basel
Dienstag 1. Mai, ab 13.00 open end
Aktion der Initiative Grundeinkommen im unternehmen mitte

Grundeinkomen und die Frauen, Zürich
Donnerstag 10. Mai, 20.00
Link zum Cabaret Voltaire

Initiative Grundeinkommen bei IDEM
Donerstag 17. Mai, ganzer Tag
Projekttagung "...trag es weiter!" in Müllheim an der Ruhr

Dieter Althaus in Zürich
Donnerstag 24. Mai 2007, 19.30
Vorankündigung von B.I.E.N als PDF

05 April 2007

Vorankündigung: Dieter Althaus im Mai in Zürich



B.I.E.N-CH, das schweizerische Grundeinkommens-Netzwerk, hat den Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, Dieter Althaus, zu einer freien Informationsveranstaltungzu zu seinem Vorschlag eines Solidarischen Bürgergeldes eingeladen:

Donnerstag, 24. Mai 2007, 19.30 Uhr, ETH Zürich Hauptgebäude, Hörsaal E5

Vorankündigung als PDF lesen

Mehr zur Initiative von Dieter Althaus finden sie auf der Website: Bürgergeldportal

Und hier der Link zur Studie der Konrad Adenauer Stiftung, die sich auf den Bürgeldvorschlag von Althaus bezieht:
Das solidarische Bürgergeld

Beiträge aus der Zeitschrift WIDERSPRUCH

Die Redaktion der Zeitschrift Widerspruch hat uns auf folgende drei Beiträge zur Debatte ums Grundeinkommen aufmerksam gemacht, aus Widerspruch-Heft 49, Prekäre Arbeitsgesellschaft, Dezember 2005:

Gisela Notz
Grundeinkommen gegen Ungleichheit und Armut? (PDF)
Anmerkungen aus feministischer Sicht

Franz Schandl
Vom Einkommen zum Auskommen (PDF)
Zu Plausibilität und Kritik des garantierten Grundeinkommens

Therese Wüthrich
Für eine gewerkschaftliche Debatte zum Grundeinkommen (PDF)

03 April 2007

Sascha Liebermann und Initiative Grundeinkommen an der Uni Zürich




Enno Schmidt und Sascha Liebermann, Foto: Daniel Häni

Vergangenen Donnerstag traten Sascha Liebermann, Freiheit statt Vollbeschäftigung, und die Initiative Grundeinkommen, Daniel Häni und Enno Schmidt, an der Universität Zürich gemeinsam auf.
Sascha Liebermann trug eine Herleitung aus der sozialen Fürsorge zur Konsequenz des Grundeinkommens vor. Enno Schmidt richtete den Fokus auf die alleinige Konsumsteuer als Parallelprozess zum Grundeinkommen.

Während das Grundeinkommen als positiv oder bedenkenswert hingenommen wurde, kam zur Umstellung auf die Konsumsteuer starke Kritik von einzelnen Studenten und Professoren, weil die Konsumsteuer/Mehrwertsteuer die Reichen nicht höher besteuert als die Armen, und weil sie Familien mit Kindern mehr belastet - weil es schwer fällt, das bedingungslose Grundeinkommen für jeden zusammen zu denken mit einer alle Steuern enthaltenden Konsumsteuer, und weil jeder bei der Konsum-/Mehrwertsteuer an Steuererhöhungen denkt.

Siehe hierzu: mehrwert.pdf

02 April 2007

Mehrwert verstehen



Info3 setzt im April-Heft den Schwerpunkt auf Grundeinkommen und Nachhaltigkeit.

Unser diesmal längerer Beitrag widmet sich dem Mehrwert-Entstehen. Wir entwickeln von verschiedenen Seiten die Idee der Mehrwertsteuer als Kristallisationspunkt des Verstehens des heutigen Wirtschaftsgeschehens. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommen bekommt ein nachhaltiges Fahrzeug.

Sie können die Beiträge als PDF anschauen und ausdrucken:

Mehrwert - die Zukunft steuern (11 Seiten)

Interview mit Dieter Althaus (6 Seiten)


Editorial von Jens Heisterkamp (1 Seite)

01 April 2007

Jetzt gehts richtig los - Treffen im Thüringer Wald



Höhe des Grundeinkommens in Deutschland festgelegt

Offensichtlich noch unter dem Eindruck der Süd-Amerika Reise mit Götz Werner und angesichts der nachgewiesenen Finanzierbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens durch Thomas Straubhaar vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut lud der deutsche Bundespräsident Horst Köhler prominente Grundeinkommensbefürworter zu einem inoffiziellen Treffen in den Thüringer Wald.

Damit zeigte der erste Mann im Staate wiederholt, dass er selbst dem Grundeinkommen positiv gegenüber steht. Aktueller Anlass war die Höhe des einzuführenden Grundeinkommens, die auf – eine ebenfalls inoffizielle – Anregung von Angela Merkel ab jetzt einheitlich vertreten werden soll, um die Bürgerinnen und Bürger nicht weiter ins Grübeln zu bringen. Denn es klafft ein weiter Raum zwischen dem anthroposophischen Kulturminimum von 1500 Euro, wie Götz Werner es anstrebt, und den protestantischen 400 Euro, die Thomas Straubhaar pro Kopf auszahlen will – bei Streichung aller übrigen Sozialtransfers. Dazwischen stehen die schon etwas christlicheren 600 Euro des CDU Regierungschefs in Thüringen Dieter Althaus und die "roten 1000 Euro" von Katja Kipping, die sich mit dem Anspruch auf das Urheberrecht zum Grundeinkommen durchzusetzen suchte.

Getragen von der ländlichen Ungestörtheit in mitten Deutschlands einigte man sich in einem überparteilichen Konsens zur Höhe des Grundeinkommens sowie auf eine einheitliche Sprachregelung:
990 Euro sollen es sein, bedingungslos für jeden pro Kopf.

Für das Erreichen des Kulturminimums konzentriert man sich nun auf einen dreistufigen Einführungsplan.

Sind Sie damit zufrieden?
Schreiben sie uns ihre Meinung als Kommentar!

Kaum zu glauben - Durchbruch bei den Gewerkschaften in der Schweiz



Gewerkschaften nach anhaltendem Mitgliederschwund für Grundeinkommen

Unbelehrbar schien das Bollwerk der Gewerkschaften gegen das Grundeinkommen. Immerhin wäre ihre historische Mission mit der Einführung eines Grundeinkommens erfüllt. Es kann daher als uneigennützig gelten, dass die Gewerkschaften in der Schweiz beschlossen haben, bei ihren Kundgebungen zum 1. Mai einen Kurswechsel einzuläuten und sich für ein Grundeinkommen für alle Bürgerinnen und Bürger einzusetzen, das an den tariflichen Mindestlohn im Gastronomiegewerbe angelehnt ist.

Damit emanzipieren sie sich ein Stück weit von der noch zögerlichen SP und kommen den Grünen zuvor, die ihre Forderung eines Grundeinkommens erst nach der nächsten Wahl ins Spiel bringen wollten.

Die CVP und FDP haben nun aus aktuellem Anlass eine unabhängige Prüfungskommission eingesetzt und werden am nächsten gemeinsamen Parteitag die Imagevorteile abwägen. Einzig die SVP ist - nach einem internen Vernehmlassungsverfahren zum Menschenbild - strickte gegen das Grundeinkommen und erwägt als Gegenmassnahme eine Volksinitiative zur Abschaffung der landwirtschaftlichen Direktzahlung.

Quelle: Unabhängiger Parteidienst UPD

31 März 2007

"Freiheit statt Vollbeschäftigung?"



Neuer Reader der NRW Grünen zur Debatte um bedingungsloses Grundeinkommen und Grundsicherung

Unter dem schönen, bei Sascha Liebermanns Initiative entliehenem Titel, "Freiheit statt Vollbeschäftigung?", haben Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein Westfalen einen Reader zur Diskussion um Grundsicherung bzw. bedingungsloses Grundeinkommen veröffentlicht. Der kleine Unterschied zwischen Liebermann und den Grünen liegt beim Fragezeichen im Titel, welches die bei manchen Grünen verbreitete Skepsis offenbahrt, ob man sich mit dem Grundeinkommen tatsächlich mehr Freiheit oder zunehmende soziale Ausgrenzung einhandeln wird. Die Partei ist in dieser Frage uneins: während in der wirtschaftspolitischen Berliner Führungsriege der Partei die Skepsis überwiegt, trifft man an der Basis auf große Zustimmung zum BGE und eine allgemeine Offenheit gegenüber Fragen zur Zukunft der sozialen Sicherungssysteme, sowie zur Neujustierung von Begriffen wie Arbeit und Einkommen.

Im Vorwort des Readers kommt die Skepsis der Parteichefetage, die u.a. mitverantwortlich für die Realisierung der Hartz IV Gesetzgebung war, gut zum Ausdruck, wenn es heißt: "Gleichzeitig muss für ein realisierbares Konzept als Anforderung gelten, dass es Rechenschaft über seine Finanzierbarkeit ablegen und dass es volkswirtschaftliche Wechselwirkungen auf das Lohn- und Preisgefüge mitbedenken muss. Daneben muss die Frage beantwortet werden, welcher Stellenwert der aktiven Arbeitsmarktpolitik in einem Grundsicherungskonzept beigemessen werden soll. Damit würde in der Folge nämlich gleichzeitig die Frage beantwortet, ob die Gesellschaft sich grundsätzlich auf die Abkoppelung der Alimentierung von der Wertschöpfung verständigen will oder ob an der Perspektive der Überwindung der Arbeitslosigkeit festgehalten wird."

Insgesamt ist der 67 Seiten umfassende Reader sorgfältig erarbeitet und bietet einen guten Überblick über die wichtigsten aktuellen Thesen zum Thema.

Reader Bedingungsloses Grundeinkommen / Grundsicherung PDF-Datei (2,17 MB) herunterladen

28 März 2007

"Karrikatur eines Grundeinkommens"

Katja Kipping (Linkspartei) verteidigt die Idee des Grundeinkommens. Sie wehrt sich aber gegen "schlechte neoliberale Kopien". Diese hätten mit dem "linken Original" nichts zu tun, wonach jeder 1.000 Euro statt 600 bekommen soll!

Interview in der taz

27 März 2007

Grundeinkommen in Thun





Während in Deutschland die Glocken für ein Grundeinkommen bis in die Bildzeitung läuteten, nach dem der Schweizer Prof. Straubhaar in Hamburg dessen Finanzierbarkeit verkündet hatte, fuhr die initiative grundeinkommen ins Innere der Schweiz, ins Zentrum der Abwehr gegen fremde Besatzung, in die einst von iro-schottischen Mönchen gegründete Stadt Thun am schönen Thuner See.
Hier, wie fast überall in der Schweiz, hatte man von einem Grundeinkommen für alle noch kaum - eigentlich nie - etwas gehört.

"Syt dr öpper oder nähmet dr Lohn?"
So lautete der Titel der Veranstaltung, organisiert von der "Denkstatt Thun". Ins Hochdeutsche übersetzt heißt das so viel wie: "Sind Sie jemand oder nehmen Sie Lohn?" Gesprochen hatte diesen Satz dereinst die legendäre Berner Patrizierin Madame de Meuron. Arrogant klingt der Satz einerseits, provokant, aber doch auch mit einem Funken Wahrheit.
Enno Schmidt trug die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens und der Zusammenfassung der Steuern in der Ausgabensteuer vor und leitete ein Seminar am Folgetag.

Bericht im Thuner Tagblatt

Es tut sich was in Deutschland

Die Meldungen kommen im Stundentakt: BILD-Zeitung, Spiegel online, Reuters, Taz, Financial Times Deutschland, u.v.a.


Artikel aus der BILD-Zeitung! Kommentar: Wer Grundeinkommen als Sparübung sieht, verwechselt Brot mit Zwieback.

Eine Offensive fürs Grundeinkommen bündeltet sich in diesen letzten März-Tagen in Berlin. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, wer, was, wie vertritt und dabei die Motive und Perspektiven herauszuhören:

Hier eine Auswahl:

Prof. Thomas Straubhaar vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts Institut (HWWI) präsentiert eine Finanzierbarkeitsstudie. "Systemwechsel statt Systemreparatur" heisst der sinnige Slogan und die Studie - an der auch Prof. Michael Opielka mitgearbeitet hat - verspricht:
"dass ein lebenslang bedingungslos gewährtes Grundeinkommen in Höhe von 600 Euro jeden Monat für jede Frau, für jeden Mann, für jedes Kind in Deutschland kostenneutral finanzierbar ist, die Nachhaltigkeit des Sozialstaats sichert und neue Arbeitsplätze schafft."
Pressemitteilung
Studie
Präsentation

In den von Prof. Straubhaar vorgeschlagenen 600 Euro Grundsicherung sind 200 Euro Krankenkassenbeitrag enthalten. An die Person ausgezahlt werden also nur 400 Euro.
Wie soll aber ein Mensch in Deutschland mit 400 Euro im Monat leben?
Interview mit Ingrid Hohenleitner, Mitverfasserin der Studie, in der taz.

Und so wird es dem Bürger erklärt:
Bild-Online
Grundeinkommen, ein Schnäppchen?

Vergleichbar mit dem Modell von Prof. Straubhaar ist dasjenige von Ministerpräsident Dieter Althaus:
Das solidarische Bürgergeld

Zur gleichen Zeit, aber Unabhängig von der HWWI Studie, übergibt Götz Werner am Reichstag in Berlin sein neues Buch "Einkommen für alle" an alle Bundestagsabgeordnete.


Im Bild: Prof. Werner zusammen mit dem Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele, der zu Werners Vorschlag sagt: "Die Freiheitskomponente beim bedingungslosen Grundeinkommen ist sehr wichtig".

Das Presseportal der Universität Karlsruhe berichtet:
"Interessierte Gesichter bei strahlendem Sonnenschein. dm-Gründer Götz W. Werner, 63, übergab vor dem Berliner Reichstag sein soeben im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienenes Buch "Einkommen für alle" an Mitglieder des Bundestages. "Die Resonanz der Abgeordneten war einhellig positiv", freute sich Werner. Jeder Abgeordnete erhält vom Karlsruher Unternehmer und Leiter des Interfakultatives Instituts für Entrepreneuership der Universität Karlsruhe (TH) sein persönliches Exemplar, "damit sich unsere Politiker mit der Idee inhaltlich auseinandersetzen können"."

Eine risikoreiche Revolution



Die Deutsche Tageszeitung taz widmet ihren Schwerpunkt heute erneut der Idee des Grundeinkommens:

Vorteile liegen auf der Hand

Die gängigen Einwände gegen das Grundeinkommen lauten: Es sei nicht gerecht; es führe zum Sinken der Löhne; das Geld würde mit der Gießkanne verteilt. Mag sein, dass an dieser Kritik etwas dran ist. Aber die Ideallösung - Vollbeschäftigung und zugleich hohe Löhne - ist nicht in Sicht. Jede Sozialpolitik muss da immer zwischen den beiden Polen "hohe Arbeitslosenzahl" und "Niedriglohnsektor" lavieren.

Das merkt man am zähen Ringen der großen Koalition um einen Kompromiss beim Thema Mindestlöhne. Denn: Wer an existenzsichernden Löhnen festhält, nimmt in Kauf, dass eine große Zahl von Arbeitslosen auf Dauer staatlich versorgt werden muss. ...

Vor diesem Hintergrund bietet das Grundeinkommen eine Menge Vorteile: Es würde Teilzeitjobs favorisieren und damit die vorhandene Arbeit besser umverteilen. Gleichzeitig würde die absurde Situation beseitigt, dass Vollzeitbeschäftigte meist chronisch überarbeitet sind, während andere verzweifelt nach Arbeit suchen. Es würde die Betreuung von Kindern und Alten attraktiver machen. Es würde den zeitweiligen Ausstieg aus dem Beruf ermöglichen. Es würde Dienstleistungen, die heute nur schwarz bezahlt werden, für viele bezahlbar machen und dadurch neue Jobs schaffen. ...
Schade daher, dass die große Koalition dieser Idee weitgehend ablehnend gegenübersteht. Der Verdacht liegt nahe, dass daran die Lobbygruppen schuld sind, die den beiden Volksparteien nahestehen ... [Kommentar von KATHARINA KOUFEN]
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Jeder Mensch in Deutschland - egal ob Baby oder Greis, ob arm oder reich - soll pro Monat mindestens 600 Euro erhalten. Das schlägt das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut vor. Es beweist: Ein solches Grundeinkommen wäre bezahlbar. Deshalb wird es in der Politik ernsthaft diskutiert:

Eine risikoreiche Revolution

Das Grundeinkommen ist finanzierbar - so lautet das Ergebnis einer Studie, die gestern in Berlin vorgestellt wurde. Ihr Hauptautor ist Thomas Straubhaar, Chef des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts. Er ist jeglicher Sozialromantik unverdächtig. Linke Kritiker sagen, es sei ein Vorreiter des Neoliberalismus. Wenn das, was Straubhaar da errechnet hat, Wirklichkeit würde - es wäre eine Revolution unseres Sozialsystems. ... [aus Berlin KATHARINA KOUFEN]
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"Die Arbeit von einer großen Bürde befreien"

Ingrid Hohenleitner vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut fordert ein Grundeinkommen und die Deregulierung des Arbeitsmarkts

taz: Als Ersatz für die heutigen Sozialleistungen schlagen Sie ein Grundeinkommen von 600 Euro vor, von denen 200 Euro automatisch für die Krankenkasse abgezogen werden. Wie soll ein Mensch in Deutschland von 400 Euro pro Monat leben?

Ingrid Hohenleitner: Das ist zu wenig, das sehe ich auch so. Ein Grundeinkommen von 600 Euro pro Monat streben wir aber auch nicht an. Wir haben nur diesen Betrag unserer Rechnung zugrunde gelegt, um zu zeigen: Das Modell wäre mit den heutigen Mitteln finanzierbar. Wenn wir 800 Euro pro Kopf und Monat auszahlen wollen, müsste man gegenüber dem heutigen Zustand eine Finanzierungslücke von 159 Milliarden Euro füllen - etwa mit einer höheren Einkommensteuer ... [Interview HANNES KOCH]
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26 März 2007

Plädoyer für die Mehrwertsteuer

Eine sinnige Kolumne von Philipp Löpfe im Facts:

"Der moderne Staat befindet sich in einem Dilemma: Um als Standort international attraktiv zu sein, braucht er eine tadellose Infrastruktur und Spitäler, Schulen und Universitäten, die höchsten Ansprüchen genügen. Um dies zu finanzieren, ist er auf Steuereinnahmen angewiesen. Aber wie? Wird das Kapital besteuert, flieht es ins Ausland. Wird die Arbeit besteuert, erhöht sich die Arbeitslosigkeit."

"Um zu verhindern, dass Investitionskapital vertrieben und die Arbeit verteuert wird, empfehlen auch die EEAG-Ökonomen, auf die Mehrwertsteuer zu setzen. Im Zeitalter des Standortsvorteil macht dies Sinn: Die Mehrwertsteuer entlastet den Export und belastet alle Produkte und Dienstleistungen in gleichem Masse, unabhängig davon, wo sie hergestellt worden sind."


Kolumne als PDF lesen

25 März 2007

Interview in der Zeitschrift Agora



Zur Wirkung der Initiative Grundeinkommen und warum sich ein Deutscher in der Schweiz engagiert - ein Interview zum Grundeinkommen in der Zeitschrift Agora:

Interview als PDF lesen

18 März 2007

Latte-Macchiato-These


(Für eine vergrösserte Wiedergabe klicken Sie aufs Bild)

Durch den Artikel von Philipp Löpfe im FACTS zieht die sogennante "Latte-Macciato-These" erste Kreise, wie z.b. in einem deutschen Diskussionsforum der Grünen.

Die Darstellung bezieht sich auf die realen Verhältnisse im Kaffeehaus des unternehmen mitte in Basel.

Zum besseren Verständnis haben wir die Darstellung nochmals etwas verfeinert und den Umzug der heutigen produktions- und leistungsbezogenen Steuern und Abgaben (links) in die Mehrwertsteuer (rechts) farbig markiert.

Dieser Umzug bewirkt eine wesentliche Entlastung der Kosten für die menschliche Arbeit (1/2 Heute, weil viel Steuern und Abgaben versteckt darin enthalten sind >>> zu 1/5 in Zukunft. Die MitarbeiterInnen im Kaffeehaus werden weniger ein "Kostenfaktor" sein und können mehr als Gastgeber zur Geltung kommen. Der Preis bleibt gleich, je nach Attraktivität des Arbeitsplatzes. Die Latte Macchiato schmeckt besser!

Latte-Macchiato-These als PDF

Merh dazu lesen Sie in der April-Ausgabe von Info3.

17 März 2007

Veranstaltung zum Grundeinkommen in der Roten Fabrik

"Grundeinkommen für alle": Ausweg oder Sackgasse?

Mittwoch 25. April 2007, 20 Uhr

Im Rahmen der fabrikgespräche", im Clubraum der Roten Fabrik in Zürich

***

"Vor knapp einem Jahr wurde die Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle BewohnerInnen der Schweiz neu lanciert. Der Ansatz klingt bestechend: Mit einem existenzsichernden Grundeinkommen könnte u.a. die Sozialgelderverteilungsbürokratie abgebaut und das Steuersystem radikal vereinfacht werden. Vor allem aber stellt der Vorschlag die Frage in den Raum: Wie würdest Du Dein Leben gestalten, wenn Du keine Lohnarbeit verrichten müsstest?

Die Idee wird allerdings auch kritisiert, etwa von den Gewerkschaften. Letztlich werde das Grundeinkommen die Spaltung der Gesellschaft verstärken und noch mehr Menschen ausschliessen. Immerhin setzen sich auch namhafte Neoliberale für ein garantiertes Grundeinkommen ein!

An der Debatte um das gesellschaftspolitisch und kulturpolitisch brisante Thema beteiligen sich u.a. Vertreter von www.initiative-grundeinkommen.ch und von www.denknetz-online.ch.

In der Reihe werden jeden Monat aktuelle politische Themen aufgegriffen, diskutiert und debattiert. Der erste Teil der Veranstaltung besteht jeweils aus einem Vortrag oder einem Podiumsgespräch, der zweite Teil ist der Diskussion im Publikum vorbehalten. Die Veranstaltungen richten sich an alle, die sich kritisch mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen auseinandersetzen wollen. Ein Spezialwissen wird nicht vorausgesetzt."

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Die Reihe wird gemeinsam organisiert vom Zürcher Kulturzentrum Rote Fabrik und von WOZ Die Wochenzeitung.

14 März 2007

Veranstaltung an der Universität Zürich



Auf Initiative von Frau Dr. Anne Juhasz, Oberassistentin am Soziologischen Institut der Universität Zürich, findet am Donnerstag 29. März, 19.00-21.00 Uhr, eine interessante Veranstaltung zum Grundeinkommen statt.

Programm:
Vortrag von Sascha Liebermann, Freitheit statt Vollbeschäftigung
"Die Krise der Arbeitsgesellschaft und das Grundeinkommen - eine soziologische Analyse"

...Diskussion

Vortrag von Enno Schmidt, Initiative Grundeinkommen
"Das Wesen der Mehrwertsteuer"

...Diskussion

Moderation: Michael Nollert, Professor für Sozialarbeit und Sozialpolitik an der Universität Fribourg und Privatdozent an der Universität Zürich

Immer wieder einmal ist seit den 80er Jahren von einer „Krise der Arbeitsgesellschaft gesprochen worden, die Diagnosen sind unscharf und missverständlich gewesen, wie z.B. die Rede vom „Ende der Arbeit“. Nun scheint die Krisendiagnose angesichts der Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen wieder an Aktualität zu gewinnen.
Der Soziologe Sascha Liebermann will zeigen, weshalb der Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens den Grundstrukturen demokratisch verfasster Gemeinwesen entspricht und damit erklären, weshalb der Vorschlag auf zunehmendes Interesse stößt. Der Künstler Enno Schmidt von der Initiative Grundeinkommen geht in seinem Referat auf die Frage ein, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen finanziert werden könnte.

Ort: Universität Zürich Zentrum, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich, (KO2)
Raum: D 54.

12 März 2007

Neu auf grundeinkommen.tv




Alexander Höhne, Karma Forscher aus Basel, im Gespräch über das Grundeinkommen, den authentischen Beitrag zur Gesellschaft aus der Quelle des Herzens und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten.

Hier geht es zum Film