13 Mai 2007

Grundeinkommen und die Frauen - Zürich









Oberes Bild: Caroline Krüger, Philosophin und Enno Schmidt, Initiative Grundeinkommen
Mittleres Bild: Claudia Nielsen, Alternative Bank Schweiz
Unteres Bild: Dorothee Vögeli, Journalistin, Sascha Liebermann, Freitheit statt Vollbeschäftigung und Ursula Knecht-Kaiser, Labyrinthplatz Zürich

Die Initiative Grundeinkommen veranstaltete im Cabaret Voltaire in Zürich ein Podiumsgespräch zum Thema „Grundeinkommen und die Frauen“.
Daniel Häni begrüßte und gab eine Einführung.
Welche Vorteile sie denn im Grundeinkommen sähe, fragte die Moderatorin Dorothee Vögeli von der NZZ Ursula Knecht-Kaiser, die durch ihren “Labyrinthplatz“ in Zürich viel Erfahrung mit der sozialen Situation besonders von Frauen hat. Doch Frau Knecht-Kaiser antwortete mit einer angenommenen Grundsatzkritik der Frauen, dass sie nämlich durch ein Grundeinkommen wieder zurückgedrängt würden an den Herd und zu den Kindern, nachdem sie sich halbwegs den Arbeitsmarkt erobert hätten – wenn auch noch immer zu schlechteren Konditionen als die Männer. Sascha Liebermann von der Initiative “Freiheit statt Vollbeschäftigung“ aus Frankfurt/M zeigte Unverständnis für ein solch depressives Frauenbild. Warum sollten sie sich denn zurückdrängen lassen? Ein Grundeinkommen stärke doch ihre Position. Ob eine Frau zuhause bei den Kindern bleiben wolle oder einem Job nachgehen, das sei mit dem Grundeinkommen mehr als heut in die eigene Entscheidungsfreiheit gestellt. Was übrigens genauso für die Männer gelte. Da auch jedes Kind ein Grundeinkommen erhielte, sei zudem mehr Spielraum gegeben für verschiedenste Formen der Betreuung. Claudia Nielsen, VR-Präsidentin der Alternativen Bank, erklärte u.a. die Finanzierung des Grundeinkommens durch die Mehrwertsteuer zum Schildbürgerstreich. Die junge Philosophin Caroline Krüger sympathisierte schon eher mit dem menschlichen Aspekt des Grundeinkommens.
Deutlicher wurde eine Frau aus dem Plenum. So viele Partnerschaften und Ehen würden von Seiten der Frauen nicht aus Liebe sondern wegen des Geldes des Mannes geschlossen und auch aus diesem Grund durchgehalten. Geldbesitz sei in der Schweiz zu einem extrem viel höheren Anteil in Händen der Männer als in den Händen von Frauen. Eine andere Frau aus dem Plenum sagte, sie verstehe dieses ganze Herumreden nicht. Es gehe doch einfach darum, dass die Arbeit nicht mehr den Zwangscharakter habe.


Link zum Nachruf von Sascha Liebermann

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Als einstmals Aktive in der Frauenbewegung hat mich die intellektuelle Verklemmung der "Schwestern" damals mehr als einmal verständnislos gelassen. Dabei waren einige Akademikerinnen, andere parteipolitisch engagiert, Hausfrauen gab es bezeichnenderweise so gut wie nicht, so dass man ein gewisses intellektuelles Potential hätte erwarten können in solchen sich "fortschrittlich" verstehenden Kreisen. Wahrscheinlich hätte es einiger Hausfrauen bedurft, um dem Thema "Freiheit" näher kommen zu können.

Einige Male hatte ich gar den Eindruck, hart an einer Steinigung vorbeigeschrammt zu sein, mit gelegentlich geäusserten abweichenden Gedanken wie z.B. dem "Familieneinkommen" im Unterschied zu dem üblichen "seinem Geld". Eine Diskussion fand nie statt, weil sie von vorn herein abgeblockt wurde. Bevormundung und Denkverbot wie Sie es in Ihrem Kommentar zu Frau Schneckenburger feststellen, war also damals schon Standard, es hat sich offensichtlich seitdem nichts gebessert. Die Damen haben Angst, etwas zu denken, was über ihren begrenzten, weil gelernten Horizont hinausgeht. Der Horizont ist die Partei oder die Religion oder das im akademischen System Gelernte, immer also das übernommene Mass aller Dinge.

Weiblichkeit heute ist in einem desolaten Zustand. Und wenn eine schon das arme kleine "es" braucht, um "Sinn zu machen" (wie macht es das und warum???), dann lässt das wenig Gutes ahnen. "Es" macht ja bekanntlich gar nichts! Am allerwenigsten "macht es" Denkvermögen.

Meine Hypothese ist, Frauen, die ihre Formation in Männerstrukturen (Parteien, Universitäten) erhalten haben, denken "traditionell" wie ihre Lehrmeister und wahrscheinlich nehmen sie die Welt auch so "elitär" wahr. Ich bin dieser Mentalität nicht nur bei sogenannten "Feministinnen" begegnet, sondern auch unter Matriarchatsforscherinnen, die allerdings ebenfalls aus dem Feminismus kommen, aber was Mentalität anbelangt, nichts dazugelernt haben, obwohl sie von ihrem auf alte Frauenkultur bezogenen Wissensgebiet eigentlich für Besseres vorbereitet sein müssten. Aber Theorie ist halt das eine, die Praxis dagegen etwas ganz anderes. Und wenn dann noch etwas Phantasie gefragt ist, dann ist das entschieden zuviel für die Systemtreuen. Herrschafts- und Eliteallüren sind offensichtlich auch für viele Frauen attraktiv nach einer mindestens 1000jährigen Konditionierung durch das Patriarchat und zu patriarchalen Männersystemen. Die "oben" wollen auf die Kontrolle über die "unten" nicht verzichten. Dann lieber nur über Freiheit schwatzen, damit alles so bleibt, wie es ist.

Ich kann Sacha Liebermanns Verwunderung über die feministische Einstellung zur Freiheit ohne Zwang zur Arbeit, zu welchem Preis auch immer, gut nachvollziehen. Die Damen gehören ja im allgemeinen nicht zu jenen, die zu jedem Preis ihr Sonntagsbrötchen erarbeiten müssen. Fragen Sie doch nur einmal die alten Hausfrauen, ob sie sich ein Grundeinkommen vorstellen können. Ich bin ziemlich sicher, Sie werden interessierte Zuhörerinnen haben.
melufee (http://www.hfmelusina.net, mit Kontaktformular)

Anonym hat gesagt…

Als einstmals Aktive in der Frauenbewegung hat mich die intellektuelle Verklemmung der "Schwestern" damals mehr als einmal verständnislos gelassen. Dabei waren einige Akademikerinnen, andere parteipolitisch engagiert, Hausfrauen gab es bezeichnenderweise so gut wie nicht, so dass man ein gewisses intellektuelles Potential hätte erwarten können in solchen sich "fortschrittlich" verstehenden Kreisen. Wahrscheinlich hätte es einiger Hausfrauen bedurft, um dem Thema "Freiheit" näher kommen zu können.

Einige Male hatte ich gar den Eindruck, hart an einer Steinigung vorbeigeschrammt zu sein, mit gelegentlich geäusserten abweichenden Gedanken wie z.B. dem "Familieneinkommen" im Unterschied zu dem üblichen "seinem Geld". Eine Diskussion fand nie statt, weil sie von vorn herein abgeblockt wurde. Bevormundung und Denkverbot wie Sie es in Ihrem Kommentar zu Frau Schneckenburger feststellen, war also damals schon Standard, es hat sich offensichtlich seitdem nichts gebessert. Die Damen haben Angst, etwas zu denken, was über ihren begrenzten, weil gelernten Horizont hinausgeht. Der Horizont ist die Partei oder die Religion oder das im akademischen System Gelernte, immer also das übernommene Mass aller Dinge.

Weiblichkeit heute ist in einem desolaten Zustand. Und wenn eine schon das arme kleine "es" braucht, um "Sinn zu machen" (wie macht es das und warum???), dann lässt das wenig Gutes ahnen. "Es" macht ja bekanntlich gar nichts! Am allerwenigsten "macht es" Denkvermögen.

Meine Hypothese ist, Frauen, die ihre Formation in Männerstrukturen (Parteien, Universitäten) erhalten haben, denken "traditionell" wie ihre Lehrmeister und wahrscheinlich nehmen sie die Welt auch so "elitär" wahr. Ich bin dieser Mentalität nicht nur bei sogenannten "Feministinnen" begegnet, sondern auch unter Matriarchatsforscherinnen, die allerdings ebenfalls aus dem Feminismus kommen, aber was Mentalität anbelangt, nichts dazugelernt haben, obwohl sie von ihrem auf alte Frauenkultur bezogenen Wissensgebiet eigentlich für Besseres vorbereitet sein müssten. Aber Theorie ist halt das eine, die Praxis dagegen etwas ganz anderes. Und wenn dann noch etwas Phantasie gefragt ist, dann ist das entschieden zuviel für die Systemtreuen. Herrschafts- und Eliteallüren sind offensichtlich auch für viele Frauen attraktiv nach einer mindestens 1000jährigen Konditionierung durch das Patriarchat und zu patriarchalen Männersystemen. Die "oben" wollen auf die Kontrolle über die "unten" nicht verzichten. Dann lieber nur über Freiheit schwatzen, damit alles so bleibt, wie es ist.

Ich kann Sacha Liebermanns Verwunderung über die feministische Einstellung zur Freiheit ohne Zwang zur Arbeit, zu welchem Preis auch immer, gut nachvollziehen. Die Damen gehören ja im allgemeinen nicht zu jenen, die zu jedem Preis ihr Sonntagsbrötchen erarbeiten müssen. Fragen Sie doch nur einmal die alten Hausfrauen, ob sie sich ein Grundeinkommen vorstellen können. Ich bin ziemlich sicher, Sie werden interessierte Zuhörerinnen haben.
melufee (http://www.hfmelusina.net, mit Kontaktformular)