09 Oktober 2007

Grundeinkommenskongress in Basel



Vom 5. – 7. Oktober fand in der Universität Basel der zweite deutschsprachige Grundeinkommenskongress statt. Einladende waren die Netzwerke Grundeinkommen Deutschland, Österreich, Schweiz, sowie Attac. Rund 200 Menschen kamen zusammen, um sich zu informieren, Modelle und Vorgehensweisen abzugleichen und Perspektiven auszuloten.

Steht die Armutsbekämpfung im Fordergrund oder die Möglichkeit gesellschaftlicher Teilnahme? Klassenkampf und Abschaffung des Kapitalismus oder neue Gesellschaftsmodelle?

Je mehr die Idee des Grundeinkommens ins Gespräch kommt, desto breiter wird das Spektrum der Positionen voraus sie vertreten wird. Der Kongress wurde von zwei Extrempositionen beherrscht. Zum einen von Attac, die über das Grundeinkommen einen Klassenkampf mit dem Ziel einer grundsätzlichen Kritik am Kapitalismus führen möchte (so ein Vertreter der Schweizer Gruppe). Und zum andern die neoliberale Position, die mit dem Grundeinkommen zu einer grossen Sparübung ausholt, indem sie alle Sozialwerke ersetzen will und das Grundeinkommen so tief ansetzt, das es einem faktischen Arbeitszwang gleich kommt. Das Grundeinkommen als Sparbrötchen. Der prominenteste Vertreter dieser Richtung ist Thomas Straubhaar (auch ein Schweizer übrigens), der allerdings nicht zum Kongress geladen war.

Weiter: Was soll man vom Bürgergeld-Modell des CDU Ministerpräsidenten Althaus halten? Und schliesslich: Wer hat die Konsumsteuer, wie sie Götz Werner vorschlägt, wirklich verstanden? Die Köpfe rauchten und die Gemüter schwankten.

Und: Die Frage nach der Rolle der Grundeinkommens-Netzwerke ist gestellt. Sollen sie Position beziehen und mitstreiten oder Plattform bieten und moderieren?

Das Grundeinkommen auch witzig sein kann, zeigt die kurze Reportage von rebell.tv:
abschied von rinks und lechts: auf dem weg zu drängenden problemlösungsideen

Aus dem vielen Bemerkenswerten möchten wir den Beitrag von Prof. Peter Ulrich hervorheben, der einen realpolitischen Weg mit Grundeinkommens-Elementen für die Schweiz vorzeichnet.
Das bedingungslose Grundeinkommen - ein Wirtschaftsbürgerrecht?


Kürzlich sagte ein Freund zu mir: "Lieber ein Grundeinkommen in der Hand, als ein Ospel auf den Dach". Das könnte ein geflügeltes Wort werden für die Grundeinkommens-Debatte. In Deutschland heisst der Ospel übrigens Ackermann und ist ein Schweizer.

06 Oktober 2007

Nur eine Utopie? 2500 Franken für alle



"Die Idee des Grundeinkommens wird in der Schweiz populärer. Es soll allen ein gesichertes Leben ermöglichen - bedingungslos."

Ein Artikel im Wirtschaftsteil des Tages Anzeiger nähert sich dem Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommen in der Schweiz:
Nur eine Utopie? 2500 Franken für alle

Die Zahlenbeispiele berücksichtigen folgende zwei Hauptüberlegungen nicht:

1. Das Grundeinkommen kommt nicht einfach obendrauf, sondern wirkt subsitutiv, d.h. der Mehrfinanzierungsaufwand besteht nur gegenüber denjenigen, die heute über kein oder weniger als das zukünftige Grundeinkommen verfügen.

2. Wir haben heute schon eine weitgehende Konsumbesteuerung, nur das diese als Einkommensteuer und Sozialabgaben im Produktionsprozess erhoben werden. Es scheint, dass die Arbeitnehmer und Arbeitgeber sie zahlen. Man bedenkt nur nicht, das sie es mit dem Geld zahlen, dass sie von den KonsumentInnen durch den Preis erhalten haben.

Mehr dazu finden sie in folgendem Artikel:
In den reifen Apfel beissen

02 Oktober 2007

Initiative Grundeinkommen - INFOMAIL 4/07



Folgendes sind die Themen in diesem INFOMAIL:
Freiheit oder Freizeit?
Der Rohstoff des 21. Jahrhundert
Grundeinkommen als Förderplattform
Gewerkschafts-Studie
Der aktuelle Grundeinkommens-Kongress
Vorankündigung des Films:
Grundeinkommen für ALMA - ein Kulturimpuls


Viel Vergnügen!

INFOMAIL als PDF ausdrucken/lesen

30 September 2007

Plakat-Serie zum Grundeinkommen - Adrienne Goehler



Die Initaitive Grundeinkommen startet in loser Folge eine Plakat-Serie mit prägnanten Statements zum Grundeinkommen:

Der Anfang macht Adrienne Goehler:
Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts ist die Kreativität
Das PDF steht für Ausdruck und Vervielfältigung zur freien Verfügung!

27 September 2007

Filme zum Grundeinkommen in Wiesbaden



Am Samstag, 29. September um 15:00 Uhr werden im Kulturforum in Wiesbaden Filme zum Grundeinkommen aus dem Programm von grundeinkommen.tv gezeigt und von Enno Schmidt, initiative-grundeinkommen.ch, mit dem Publikum besprochen.

Anschließend um 17:00 Uhr hält Enno Schmidt einen Vortrag zum bedingungslosen Grundeinkommen.

Um 19:00 Uhr beginnt eine Podiumsdiskussion mit Dr. Benediktus Hardorp, Steuerexperte aus Mannheim und Ideeengeber für eine Umstellung des Steuersystems auf die Konsumsteuer in Parallele zum bedingungslosen Grundeinkommen, Reiner Scheiwe, Vorstand der GLS Bank in Frankfurt, Ramon Brüll, Geschäftsführer der Zeitschrift Info 3 aus Frankfurt, Enno Schmidt und Mitglieder der Arbeitsgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Rhein-Main.

Ort: Kulturforum, Friedrichstr. 16, 65185 Wiesbaden

26 September 2007

"Die Arbeit soll dem Leben dienen, nicht das Leben der Arbeit" - Andre Gorz ist tot



Der Sozialphilosoph Andre Gorz hat sich zusammen mit seiner Frau das Leben genommen.


Eine Würdigung im Tagesanzeiger:
Von der Bürde zur Würde der Arbeit

...und ein Würdigung im Deutschlandfunk durch den Politikwissenschaftler Peter Grottian:
Arbeit jenseits klassischer Erwerbsarbeit


21 September 2007

Grundeinkommen, negative Einkommenssteuer, Ergänzungsleistung



"In der Diskussion um Working Poor und Sozialhilfe kommt immer wieder der Ruf nach einem Grundeinkommen auf. Was ist das Grundeinkommen? Und was spricht dafür, was dagegen?"

Diese Fragen werden im folgenden Artikel zwar nicht wirklich beantwortet, aber es wird sichbar, wie der Begriff Grundeinkommen für sehr verschiedenen Ideen und Vorschläge benutzt wird.

Link zum Artikel vom 20.9. in der Zeitung "DER BUND" aus Bern:
Mein Lohn reicht einfach nicht


Der Soziologieprofessor Ueli Mäder, der ein Modell einer Erweiterung der heutigen Ergänzungsleistungen vertritt, hat dies vor einigen Monaten auch gegenüber grundeinkommen.tv ausführlich erklärt:

Link zum Filmbeitrag:
Ueli Mäder im Gespräch mit Enno Schmidt

18 September 2007

Der Schweizer Kulturminister zum Grundeinkommen



Der Schweizer Kulturminister Heinrich Gartentor nahm letzten Herbst an der Veranstaltungsreihe "Einkommen schafft Arbeit - Mehrwert durch Grundeinkommen" im unternehmen mitte in Basel teil.

Davon ausgehend enstand folgender dreisprachiger (D,F,E) Artikel von Edith Krebs in der Zeitschrift SCHWEIZER KUNST.

Die Angst vor dem grossen Vergnügen - PDF

14 September 2007

Creative Works - für einen neuen Unternehmergeist



Die Journalistin Nadja Rosmann gibt im aktuellen info3 einen spannenden Überblick auf den Wandel der Arbeitswelten, wie er sich in gegenwärtigen Zukunftswerkstätten darstellt:

"Glaubt man den Trendforschern vom Kelkheimer Zukunftsinstitut, dann steht unsere Arbeitswelt vor einem fundamentalen Wandel. Mit ihrer neuen Studie Creative Work dokumentieren sie eine neue Entwicklungsbewegung, die sich bereits seit einigen Jahren abzeichnet und langsam, aber stetig zur Blüte reift. Die Diagnose: Arbeit wird schöpferischer und kreativer – weil immer mehr Menschen im Beruf nach Selbstentfaltung streben, aber auch, weil immer mehr Unternehmen unter dem internationalen Wettbewerbsdruck auf kreative Köpfe angewiesen sind."

Mit Statements von u.a.:

Mathias Horx
„Zur Zeit der Jäger und Sammler war Arbeit noch ein Überlebenskampf und selbst in der industriellen Ökonomie, die uns seit bald zweihundert Jahren begleitet und sich nun dem Ende zuneigt, war das Entfaltungspotenzial für Arbeitnehmer relativ gering. Der Transformationsprozess, den wir gerade erleben, verändert die Vorzeichen des Arbeitens erheblich.“

Kirsten Brühl:

„Brüche in der Berufsbiographie werden zur Normalität.“ ... „Die neue Arbeitskultur betrifft nicht nur klassische Kreative und Kulturberufe, sondern beginnt gerade, auch die herkömmlichen Unternehmen zu erreichen“.

Götz Werner:

„Wenn Sie sich jetzt fragen, wer denn künftig die Drecksarbeit macht, kann ich Ihnen nur sagen: Sie selbst, wenn es Ihnen nicht gelingt, die Arbeit für andere attraktiv zu machen“.

Lesen Sie den Artikel als PDF

12 September 2007

Jeder Dritte findet seine Arbeit schrecklich



Spiegel-Online berichtet:

"Sozialforscher des DGB sowie externe Experten erstellten einen Index von 0 bis 100 Punkten. Bewertungen von 80 bis 100 Punkten sprechen für "gute Arbeit", Werte zwischen 50 und 80 Punkten werden als "mittelmäßige Arbeit" qualifiziert und Werte unter 50 Punkte machen "schlechte Arbeit" aus. In die Bewertung flossen unterschiedliche Faktoren ein wie Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Chancen, die eigene Kreativität einzubringen, Informationsfluss, Führungsqualität der Vorgesetzten und Kollegialität, aber auch körperliche und emotionale Anforderungen sowie Arbeitsplatzsicherheit und das Einkommen."

Link zum Spiegel-Bericht

Link zur DGB Studie (PDF 36 Seiten)



Bewertung nach Berufsgruppen
Durch klicken aufs Bild erhalten sie eine vergösserte Darstellung)



Wille zum Wechsel

10 September 2007

Warum Utopie? - Basel ist Morgen



Die Programmzeitung, das Theater Basel und das Forum für Zeitfragen haben im Schwabe Verlag ein spannendes Buch herausgegeben zum Thema: "Basel ist Morgen, Visionen für Stadt und Region an einem Tisch mit Ecken und Kanten".

Daraus ein Beitrag von Enno Schmidt zum Begriff Utopie:
Warum Utopie? - Ein Versuch in 21 Arbeitsschritten

05 September 2007

Mehrwert durch Grundeinkommen - PowerPoint Präsentation



Früher konnten wir uns selbst versorgen - im Garten. Was mehr war, trugen wir auf den Markt. Heute ist fast nur noch Markt. Im Grunde ist alles was wir tun für Andere. Fremdversorgung. Wir versorgen Andere und Andere versorgen uns - weltweit. Der Garten der Selbstversorgung ist weg - wir haben kein Grundeinkommen mehr.

Link zur PowerPoint Präsentation:
Mehrwert durch Grundeinkommen

02 September 2007

Broschüre der Heinrich-Böll-Stiftung




Freiheit statt Vollbeschäftigung
Nie wieder Hartz IV !!
Ausweg aus der Armut
Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft
Vom Bürgergeld zur Bürgergesellschaft
Genug Geld für alle !
Freiheit der Bürger vom Arbeitszwang
Solidarische Marktwirtschaft durch Grundeinkommen
Subvention für echte Arbeit – Freiheit für jeden Einzelnen

Wahnsinn mit Methode
Grundeinkommen – ein gefährlicher Traum
Placebo für den Widerstand
Neoliberales Opium fürs Volk
Falscher Traum vom Schlaraffenland
Kapitalismus aus der Waldorfschule
Und wer leert die Mülltonnen?
Wer soll das bezahlen ??
Stilllegung statt Integration

Das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung legt eine umfangreiche (92 Seiten) Broschüre zum Thema Grundeinkommen/Grundsicherung vor.

Darin werden folgende 5 Modelle näher besprochen und kommentiert:

Joachim Mitschke: Grundeinkommen durch Negative Einkommenssteuer
Michael Opielka: Die Grundeinkommensversicherung
Götz Werner: Bedingungsloses Grundeinkommen
Dieter Althaus: Das solidarische Bürgergeld
Thomas Poreski/Manuel Emmler: Die grüne Grundsicherung

Bröschüre als PDF


Am Samstag 8. September findet eine Konferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin statt:
Von der Grundsicherung zum Grundeinkommen?

01 September 2007

Kongress zum Grundeinkommen in Basel



Vom 5.-7. Oktober findet der 2. deutschsprachige Grundeinkommens-Kongress an der Universität Basel statt.

Unter dem verbindenden Titel "Das Grundeinkommen als Menschenrecht" werden sich zahlreiche Menschen aus den verschiedensten Initiativen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz treffen und über ihr Verständis und die unterschiedlichen Auffassungen zum Grundeinkommen diskutieren und sich austauschen. Der Kongress ist öffentlich.

Die Veranstalter - Grundeinkommens-Netzwerke und Attac-Gruppierungen aus den drei Ländern - haben sich folgende Zielsetzung gegeben:

"Ziel ist, dass eine länderübergreifende, öffentlichkeitswirksame und wissen- schaftlich fundierte Debatte über Fragen des Grundeinkommens, gefördert wird. Akteure für das Grundeinkommen sollen sich vernetzen können, Interessierte, sich in dieser Materie kundig machen und SkeptikerInnen zu Wort melden können."

Link zur Website des Kongresses


Zum Programm:

Freitag 5.10. ab 17.00
Samstag 6.10. ganzer Tag
Sonntag 7.10. bis 13.00


Die "Initiative Grundeinkommen" wird bei der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung kurz zu Wort kommen und an einem Workshop zur Finanzierung des Grundeinkommens teilnehmen - und natürlich Interviews mit den verschiedenen TeilnehmerInnen für grundeinkommen.tv führen.

Am Samstagabend ab 21.30 findet im unternehmen mitte eine Lounge zum Kongress statt:
FinanzierBAR

31 August 2007

Replik von Götz Werner auf Horst Siebert

Im Blog "Themen der Zeit" schrieb Prof. Götz Werner eine ausführliche Entgegnung auf den FAZ-Artikel von Horst Siebert:

"Horst Siebert ist in seiner Kritik eine recht umfassende Auflistung der Vorurteile, die einem bedingungslosen Grundeinkommen heute entgegenstehen, gelungen. Seine Kritik offenbart zugleich sein Welt- und Menschenbild. Es wird dabei deutlich, dass er alle Hoffnungen und Freiheitserwartungen, die dieser Idee eigen sind, in ihr glattes Gegenteil verkehrt und stattdessen Befürchtungen und Absturzwarnungen verbreitet."

Link zum ganzen Beitrag

28 August 2007

Minimex - das knüppelglatte Grundeinkommen für die Wenigbemittelten



"Minimex" ist die Abkürzung für "minimales Existenzgeld". Das Ganze eine Erfindung von Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, dem Stiftungsratspräsident der kürzlich gegründeten "Stiftung für Zukunftsfragen", die aus dem "Freizeit-Forschungsinstitut" des Tabak-Konzerns "British American Tobacco" hervorgegangen ist.

Der Vorschlag kommt gestützt auf einer eigenen Meinungsumfrage bei 2000 Deutschen BürgerInnen ab 14 Jahren auf den Tisch und grenzt sich ganz von der aktuellen Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen ab.

Siehe dazu den Kommentar von Sascha Liebermann:
Meinungsumfragen statt öffentlicher Streit

Gegen die Idee des Grundeinkommens wird oft die Gefahr einer Gesellschaftsspaltung ins Feld geführt und im vorliegendem Fall nicht unbegründet. Im Minimex-Modell würde dies sogar mit grosser Wahrscheinlichkeit eintreten. Existenzgeld ist nicht gleich Grundeinkommen.

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild - Link zur Studie:
580 Euro für Alle



Apropos Alle: Minimex ist ein Modell, dass nur denjenigen ein Existenzgeld ausbezahlten würde, die nachweisen können, dass sie kein oder wenig Einkommen verfügen, ähnlich dem Modell der negativen Einkommensteuer.

20 August 2007

Grundeinkommen bei den Seminolen


(Bild: Wappen der Seminolen in Florida)

"Ein Indianerstamm in Florida führt Betriebe im Kollektivbesitz, unterhält kostenlose Sozialdienste und erhält so seine kulturelle Identität. Lange Zeit hielt sich das Vorurteil, die Indianer Amerikas seien nicht fähig, mit modernen Wirtschaftsformen umzugehen. Doch dank einem aus dem alten Stammesgeist abgeleiteten Umgang mit Profiten leben heute etwa die Seminolen in Florida besser als viele ihrer weissen Mitbürger."

Ein Interessanter Artikel von Rudolf Stumberger in der Neuen Zürcher Zeitung.

Darin:
"Aus dem Einkommen der stammeseigenen Betriebe werden monatliche Ausschüttungen an die Stammesmitglieder weitergegeben - eine Art bedingungslosen Grundeinkommens. Da diese Dividenden für alle Stammesmitglieder (auch Kinder) ausgeschüttet werden, kann so eine vierköpfige Familie auf ein Einkommen von knapp 100 000 Dollar jährlich kommen."

Den ganzen Artikel lesen als PDF

18 August 2007

"Die Arbeitsgesellschaft ist in einer Sinnkrise"

Ein sinnreiches Interview mit Theo Wehner in der Neuen Zürcher Zeitung. Herr Wehner ist Professor für Arbeitspsychologie an der ETH Zürich:

"... Das Tätigsein macht einen Menschen zur Persönlichkeit. Arbeiten ist eine Tätigkeit, aber auch Schlafen und Sicherholen und Faulenzen. Nur eine Integration der beiden Reiche führt dazu, dass die Freizeit nicht zur kompensatorischen Gegenleistung der Arbeit - und womöglich zum Fluch der Moderne - wird. ..."

NZZ: Was würde sich ändern, wenn es ein soziales Grundeinkommen für alle geben würde?

"Dass man über ein solches Szenario nachdenkt, halte ich für äusserst begrüssenswert. Bei einem Grundeinkommen würde sich natürlich zeigen, wer zusätzlich noch arbeitet und wer seine Lebensansprüche auf das Grundeinkommen reduziert. Was diese Personen mit der freien Zeit täten, wäre äusserst interessant zu wissen. Ich vermute, sie würden - etwa im häuslichen und privaten Bereich - mehr zustande bringen, als manch ein Sozialhilfeempfänger oder Langzeitarbeitsloser heute. Denn viele Arbeitslose sind durch den unfreiwilligen Wegfall der Arbeit derart blockiert, dass sie teilweise ihre persönlichen Pflichten nicht mehr erfüllen oder ihren Hobbys nicht mehr nachgehen können."

NZZ: Arbeitslose haben durch die soziale Absicherung doch schon heute so etwas wie ein Grundeinkommen, es heisst einfach anders.

"Ein Grundeinkommen würde psychologisch und gesellschaftlich anders bewertet als die Tatsache, auf Arbeitslosengeld angewiesen zu sein. Die Arbeit dokumentiert in der Arbeitsgesellschaft, dass man dazugehört und eine gesellschaftliche Aufgabe erfüllt. Zusätzlich ist sie eine nicht hinterfragte Disziplinierungs- oder Sozialisierungsmassnahme. Diese Annahmen und Ansprüche muss man aufgeben. Arbeit soll persönlichen und gemeinschaftlichen Sinn ergeben und Spass machen. Sinn ist keine reine Erlebniskategorie, Sinn wird durch Betätigung hergestellt. An einem Grossteil der heutigen Industrie- und Dienstleistungsarbeitsplätze Sinn zu generieren, fällt jedoch immer schwerer. Alle Psychopathologien, die wir heute bei der Arbeit kennen - Mobbing, Burnout oder innere Kündigung -, sind eigentlich Resultate einer gescheiterten Sinnsuche. Es wird niemand als Mobber geboren, und Ausbrennen ist keine natürliche Verschleisserscheinung."

Das ganze Interview als PDF lesen

17 August 2007

Rinks oder Lechts?



Links ist nicht gleich Links. Der Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens zeigt, dass Links keine Richtung ist - Rechts ohnehin nicht. Links ist, wo der Daumen rechts ist... Orientierung findet man in diesem Schema kaum mehr. Das ist nicht schlimm, sondern wichtig zu erkennen.

Hierzu fünf interessante Links:

11 schlechte Argumente für eine bedingungsloses Grundeinkommen

11 schlechte Argumente gegen 11 gute Gründe für das BGE

Die Presserklärung dazu:
Die eigentliche FRage lautet: Welchen Sozialismus wollen wir?

Ein Zwischenruf von Günter Sölken, Sprecher des Netzwerk Grundeinkommen:
Wie mein Glaube an das bedingungslose Grundeinkommen zerstört wurde

Und ein zimlich intelligenter Artikel von Christian Rickens zur Frage:
Warum wohl sich die SPD als einzige Partei weigert, übers Grundeinkommen zu diskutieren?

13 August 2007

Feldversuch mit Grundeinkommen in Namibia





"Zurück" aus Russland berichten wir über Afrika...

Im Januar 2008 startet in Namibia eine Sozialinitiative indem sie in einem ausgewählten Armenviertel den dortigen Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen monatlich ausbezahlt. Das ist bemerkenswert, erregt Aufmerksamkeit und wirft auch viele Fragen auf. Zum Beispiel, warum gerade Arme und Allerärmste für ein solches Experiment hinhalten müssen? Kann ein Grundeinkommen eine wirksame Massnahme gegen Armut und Hunger in der 3. Welt sein? Oder erst Recht? Warum haben wir in Europa nicht den Mut zu solchen Versuchen - aus dem "Vollen"?

Link zu zwei Berichten in der "Allgemeinen Zeitung" Namibias:
Grundeinkommen für Squatter-Gruppe
Wie aus dem Füllhorn

Link zu den Projektträgern:
BIG Coalition Namibia


20 Juli 2007

Schöne Sommertage - Grundeinkommen in Russisch und Ukrainisch übersetzt





Liebe NEWS BLOG LeserInnen

Wir sind in diesen Sommer-Tagen unterwegs und werden ab der 2. Augustwoche wieder regelmässig zum Grundeinkommen berichten.

Das Neuste wollen wir Ihnen aber nicht vorenthalten:

Der Artikel
Die neue Farbe der Arbeit
ist in
Russisch
und
Ukrainisch
übersetzt worden!

Falls sie gegen Osten unterwegs sind:
Ausdrucken und verteilen...

Beste Grüsse
Enno Schmidt und Daniel Häni

09 Juli 2007

Eineinhalb Jahre Initiative Grundeinkommen



In unserem INFOMAIL 3/07 ziehen wir eine Zwischenbilanz unserer Initiative und geben einen Ausblick zum Grundeinkommen. Die Stichworte sind:

- Ein wirtschaftliches Menschenrecht wird geboren
- Freiheit nicht Freizeit
- Ein Film für Schulen
- Die nächste Generation wird mit einem Grundeinkommen leben
- Volksinitiative in der Schweiz?
- Herbst Kongress in Basel


Zudem finden Sie eine Übersicht auf die wichtigsten Publikationen, Erfahrungen in Veranstaltungen und weitere Eckdaten zu unserer Initiative.

INFOMAIL 3/07 als PDF

07 Juli 2007

Auf EU-Ebene ist einiges im Gang

Hier zwei Berichte von einem Heraing der Fraktion der Grünen zum Grundeinkommen in Brüssel:

Rahel Uhlenhoff von der Berliner Grundeinkommens-Initiative berichtet im NewsBlog von Info3:
Hearing über das Grundeinkommen im Europäischen Parlament

Sepp Kusstatscher, einer der Organisatoren berichtet auch seinem Blog:
Grundeinkommen - ein Konzept gegen Armut und Arbeitslosigkeit

Erste Schritte zu neuem Sozialmodell in Europa

ORF NEWS berichtet:

"Die Arbeitsminister der Europäischen Union haben erste Schritte für ein grundlegend neues europäisches Sozialmodell unternommen. Unter den Stichworten Flexibilität und Sicherheit sollen liberalisierte Arbeitsgesetze mit einem garantierten Grundeinkommen kombiniert werden, wie es in skandinavischen Ländern heute schon praktiziert wird.

'Die Philosophie ist: Wir können nicht, wie einige europäische Länder zu glauben meinen, Arbeitsplätze sichern. Aber wir können den Menschen ein Einkommen sichern'
, sagte der dänische Arbeitsminister Claus Frederiksen. Das Modell solle ernsthaft geprüft werden, hieß es in der Erklärung der Minister zum Ende der Sitzung im portugiesischen Guimaraes.

Kritik von Gewerkschaften
Das Konzept wird von vielen Arbeitnehmervertretungen scharf kritisiert, weil es das Erwerbsleben untergrabe. Vor dem Tagungsort der Minister demonstrierten 10.000 Menschen gegen die Pläne.

Portugal hat die Diskussion über ein neues Sozialmodell auf die Tagesordnung seiner EU-Ratspräsidentschaft gesetzt, die das südeuropäische Land am 1. Juli von Deutschland übernommen hat. Das Konzept soll die Wettbewerbsfähigkeit der Union gegenüber aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie China stärken."

06 Juli 2007

Die Geschichte der AHV in der Schweiz



Ein Artikel von Ruedi Sutter in der Basler Zeitung wirft einen interessanten Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte der AHV und trifft dabei vieles, was auch für die Zukunft des Grundeinkommens gelten kann:

"Vor 60 Jahren gaben die Schweizer mit einem überwältigenden Ja zum AHV-Gesetz grünes Licht für das bedeutendste Sozialwerk des Landes. Der Einführung ging ein Jahrzehnte dauerndes, hartes Ringen von SP und FDP voraus, welche sich bis heute die AHV- «Vaterschaft» streitig machen."

"Die Organisations- und Finanzierungsfrage blieb allerdings lange ungelöst – und an dieser sollten sich noch manche Politiker die Zähne ausbeissen. In der Volksabstimmung scheiterte 1931 das erste Ausführungsgesetz, welches unter anderem Einheitsprämien und nur bescheidene Renten vorsah. Bekämpft wurde das Gesetz von Konservativen, welche sich gegen den Etatismus wehrten, wie auch von Kommunisten und Teilen der Sozialdemokratie, welche die Vorlage als «Bettelsuppe» bezeichneten."

BaZ-Artikel als PDF lesen

04 Juli 2007

Grundeinkommen und Kleinkredite



Das neuste GRUNDEINKOMMEN AKTUELL ist da!

Diesmal mit Statements des Friedensnobelpreis Träger Muhammad Yunus aus Bangladesch, dem brasilianischen Senator Eduardo Suplicy, Falk Zientz, Gründer des deutschen Mikrofinanzinstituts und Ellen Bommersheim, Leiterin des Zentrums für Existenzgründungen in Frankfurt am Main.

Artikel als PDF ausdrucken und lesen






Muhammad Yunus (oben) und Eduardo Suplicy
im Gespräch mit grundeinkommen.tv

01 Juli 2007

Von Links oder von Rechts?



Der Privatbankier Konrad Hummler bringt in einem Interview in DAS MAGAZIN die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ins Spiel:

"Ich meine, dass wir einmal ernsthaft über das bedingungslose Grundeinkommen reden sollten, was hier viele Leute leider nicht wollen, weil sie fälschlicherweise meinen, das sei eine Idee der Linken. Ursprünglich stammt sie aber von rechts, nämlich von Milton Friedman."

Und warum reden "hier" (gemeint ist die Schweiz) die Linken nur ganz zögerlich vom bedingungslosen Grundeinkommen? Natürlich, weil sie meinen, es sei eine Idee der Rechten.

Und von wo kommt sie wirklich diese Idee? Von Links oder von Rechts?
Weder noch, oder besser: Sowohl als auch! Und aus der Mitte.

Link zur Geschichte des bedingungslosen Grundeinkommens


Würde das Grundeinkommen nur von Links kommen, wäre es nicht bedingungslos und generierte sich als Armenhilfe im Klassenkampf. Bürokratie und die Mentalität der "Fürsorge" wie des "Kampfes gegen die Reichen" würden bleiben.

Käme das Grundeinkommen nur von Rechts, würde es so tief angesetzt, dass es Sozialabbau bedeutet und ohne Ausnahme und besondere Aufforderung Arbeitszwang bei Niedrigstlöhnen bewirkt.

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens jedoch ist im 21. Jahrhundert jenseits von Links und Rechts angesiedelt, ist überparteilich und meint den Menschen, nicht den eigenen Vorteil, nicht die Partei!

Link zum Interview mit Konrad Hummler

30 Juni 2007

23 Juni 2007

Hoi Chef


"Wieder ein Chef vor die Nase gesetzt? Eine Horrorvorstellung?"
(Foto: Guadelupe Ruiz)

Aus einem feinsinnigen Artikel von Birgit Schmidt im Magazin:

Eine neue Generation von Chefs ist da. Früher hiess es: "kommandieren, kontrollieren, korrigieren", wie es etwa der Schweizer Bundesrat Blocher immer noch praktiziert*. In zeitgemässen Unternehmen haben sich "die 3K der Führung" längst gewandelt und stehen für: "koordinieren, kommunizieren, kooperieren".

Der Artikel gibt einen guten Einblick in einen neuen Arbeits- und Leistungsbegriff, wie er auch der Idee des Grundeinkommens eigen ist.

Link zum Artikel

*Siehe aktuelle Ausgabe der Weltwoche S.50: "Meine Führungstechnik".

18 Juni 2007

Das neoliberale Grundeinkommen



Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts, begründet seine Neo-Liberale Variante eines Grundeinkommens auf der Titelseite von Finanz und Wirtschaft.

Straubhaar - ein Schweizer übrigens - bezeichnet das Grundeinkommen für Deutschland als "sozialpolitische Revolution". Für die Schweiz allerdings gehe das zu weit, da genüge ihm eine entsprechende "Evolution". Die Risiken eines Grundeinkommens seien abzuwägen gegenüber den Risken des Festhaltens am heutigen System. Das schmeckt nach Sparmassnahme! Lesen sie dazu und weiteren heiklen Stellen den Kommentar von Enno Schmidt.

Artikel als PDF lesen

Kommentar von Enno Schmidt als PDF lesen

09 Juni 2007

Bericht zur Kasseler Tagung

Jens Heisterkamp, Chefredaktor info3, hat einen Bericht zur kürzlichen Tagung in Kassel veröffentlicht.

Link zum Bericht

Ein weiterer ausführlicherer Bericht finden sie unter: Themen der Zeit, von Michael Mentzel

Link zum Blog

06 Juni 2007

157 Antworten



Mit dieser Postkarte haben wir vor gut einem Jahr die "Initiative Grundeinkommen" lanciert. 157 Antworten haben uns bisher erreicht. Sie können und sollen nicht repräsentativ sein, aber oft vielsprechend, wie z.B die Antwort von Kathrin Witschi, die soeben eingetroffen ist.

Ich würde weiter studieren. Wohl auch weiter auf der Post arbeiten nebenher, aber nur noch eine Nachtschicht pro Woche, falls die Leute noch da wären. Ich werde aber eh wegrationalisiert bevor das Grundeinkommen eingeführt wird. Nach dem Studium würde ich im Quartier (Feldbergstr.) einen Mittagstisch für Leute in allen Altern einrichten und internationale Küche anbieten. Ich würde Menschen aus noch mehr verschiedenen Gebieten kennenlernen und sie beim Essen verlinken, hilfreiche Kontakte knüpfen. Und wenn am Abend die Sonne untergeht würde ich wohl Texte schreiben.

Kathrin Witschi (*1983), Studentin/Sortiererin Post, Basel

Antworten lesen

Selber Antworten

05 Juni 2007

Rudolf Steiner und das Grundeinkommen



In unserer monatlichen Rubrik "Grundeinkommen aktuell" in Info3 geht es diesmal um Rudolf Steiner: Was hätte er zum Grundeinkommen gesagt und was hat er gesagt. Viel Vergnügen!

Artikel als PDF ausdrucken und lesen

04 Juni 2007

Sascha Liebermann in St. Gallen

Sascha Liebermann von der Initiative Freitheit statt Vollbeschäftigung hält am 14. Juni an der Universität St. Gallen einen Gastvortrag zum Thema:"Politische Vergemeinschaftung, Autonomie der Bürger und soziale Sicherung"

Link zum Veranstaltungsprogramm

Sascha Liebermann auf grundeinkommen.tv

01 Juni 2007

Grünes "Grundeinkommen light"



Artikel in der Taz:
"In der Grünen-Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt es seit gestern einen "dritten Weg": ein sogenanntes Modulares Grundeinkommen. Der Vorschlag stammt vom Fraktions-Wirtschaftsexperten Gerhard Schick und einer Reihe von Vorsitzenden aus den Landesverbänden."

Link zum Artikel

Ein gut gemeinter aber bitterer Cocktail aus Mindestlohn, Grundsicherung, Hartz IV und bleibendem Sozial-Beamtentum wird da gereicht. Da wäre nicht nur das Grundeinkommen, sondern auch das Wort "dritter Weg" arg unbeholfen missbraucht: von allem ein bisschen, nichts wirklich... Kompliziert mit 100 anderen "grünen" Regeln. Gut gemeint, engagiert und mit viel Phantasie wird da am "grünen" Tisch ein politisches Regelwerk der guten Politik für die armen BürgerInnen gezimmert.

Das bedingunslose Grundeinkommen meint die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen.

Link zum "grünen" Diskussionspapier

28 Mai 2007

Jour Fixe Grundeinkommen



Gespräche, Begegnungen und Fragen zur Intiative Grundeinkommen. Jeden Letzten Mittwoch im Monat um 20.30 im unternehmen mitte.

Die nächsten Daten sind:

(Juli Ferien)
29. August
26. September
31. Oktober
28. November

26 Mai 2007

Götz Werner in ARTE Metropolis



Der 1. Beitrag im Kultursender ARTE zum Grundeinkommen. Ein Interview mit Götz Werner in Berlin von Julia Kaulbars.

Link zur Sendung
(Anzuschauen auf RealPlayer ab Minute 21.30 ca. 6 Minuten)

Link zum Online-Forum

24 Mai 2007

"Druck am Arbeitsplatz wird immer grösser..."

Die WOZ zitiert auf der Titelseite der heutigen Ausgabe Dr. Martin Hafen, Dozent für Prävention und Gesundheit an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern, aus seinem Interview auf grundeinkommen.tv

Link zum Interview mit Dr. Hafen

Der Artikel befasst sich mit der aktuellen 5. IV-Revison, die am 17. Juni zur Abstimmung kommt.

"Arbeit macht krank. Dass der Druck am Arbeitsplatz immer grösser wird, ist nicht nur ein subjektiver Eindruck vieler Erwerbstätiger. Auch Menschen, die die Arbeitswelt wissenschaftlich erforschen, kommen zum gleichen Schluss. Martin Hafen, Dozent für Prävention und Gesundheit an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern, erwähnt in einem Interview mit der Initiative Grundeinkommen das grosse Problem: Es gibt während der Arbeit - die einen grossen Teil der Lebenszeit ausmacht - kaum mehr Zeit für informelle Kontakte. Keine Zeit mehr für einen Schwatz mit KollegInnen, richtige Pausen, für Gespräche, die nicht Arbeitsgespräche sind. Das mache krank, sagt Hafen: «Die Leute fallen aus dem Arbeitsprozess raus, weil sie mit dem Druck nicht mehr zurande kommen und keine Dämpfungsmöglichkeiten in Form von informellen sozialen Kontakten mehr haben.» Viele Erwerbstätige landen deshalb früher oder später bei der IV. Das ist traurig und absurd, denn sie könnten durchaus arbeiten - wenn die Arbeitswelt nicht «anti­humanistisch» wäre, wie es Martin Hafen nennt. Jetzt kommt die 5. IV-Revision. Sie hat das erklärte Ziel, die Zahl der Neurenten drastisch zu senken. Wie sollen diese Menschen, die den Druck nicht mehr aushalten, wieder arbeitstüchtig werden? Die IV verspricht ein interessantes Mittel: mehr Druck."

Link zum ganzen Artikel

22 Mai 2007

Initiative Grundeinkommen in Mühlheim (Ruhr)





Daniel Häni und Enno Schmidt waren eingeladen zu einem Vortrag und Workshop zur projekt.tagung von Idem (Identity through Initiative). Über Hundert Jugendliche zwischen etwa 16 und 26 Jahren trafen sich für fünf Tage des Gesprächs und der Weiterbildung.
Viele sind Projektinitiatoren, viele haben Fragen. Viel noch unausgepacktes Selbstverständnis und kritische Offenheit.
Enno Schmidt trug die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens vor, und er und Daniel Häni führten einen dreistündigen Workshop durch. Es gab Gelegenheit, Einwänden, Befürchtungen und Gegenargumenten nachzugehen. Für alle ein Erlebnis. Denn fällt man nicht bei jedem Einwand auf den Rücken, sondern denkt ihn lösungsorientiert nach Vorne, ergibt sich Antwort auf Antwort und schließlich eine Idee wie eine Pflanze, die wächst. Plötzlich schaut sie über die Mauern des eigenen Vorstellens hinaus. Und über diese Mauer hinaus ist man nicht im Nichts, sondern näher bei sich selbst. Man kann eine Idee gegen die Wand fahren oder über die Wand hinauswachsen lassen.

21 Mai 2007

Gehen die Gegenargumente aus? - Grundeinkommen Thema im ZDF nachtstudio



"Einkommen als Menschenrecht - die letzte große Vision?"

Nach Sabine Christiansen, Sandra Maischberger, Maybrit Illner jetzt bei Volker Panzer im ZDF Nachtstudio - 1 Stunde streiten ums Grundeinkommen. Solche Sendungen sind meist wenig informativ, oft manipulativ gestaltet und teils kaum erträglich zum zuschauen, dennoch zeigt sich auch immer etwas vom Stand der Debatte. Diesmal kann man es so zusammenfassen:

Den Grundeinkommens-Gegnern scheinen gute Argumente auszugehen. Hier die drei dafür bezeichnensten:


Wenn Grundeinkommen kommt,
...müsste 1. "eine Mauer um Deutschland gebaut werden".
...würden 2. "viele in die 3. Welt auswandern und sich dort mit 800 Euro 5 Bedienstete leisten können."
Und schliesslich der Vorwurf Grundeinkommen sei "Rattenfängerei"! Als wären die Menschen Ratten...

Die Gäste im nachtstudio vom 20. Mai waren:

Götz Werner, Unternehmer
Hans-Olaf Henkel, Wirtschaftsmanager
Michael Opielka, Professor für Sozialpolitik
Thomas Druyen, Soziologe und Experte für Vermögenskultur


Link zur Sendung im ZDF - als Video

Und Link zu einem Blogbeitrag von Sascha Liebermann

16 Mai 2007

Beginnen wir mit den Kindern ab Jahrgang 2000!



Interview in der Zeitschrift AGORA zur 1. Mai Aktion der Initiative Grundeinkommen im unternehmen mitte, zur Aufgabe der Linken, zur Frage, ob der Staat die richtige Stelle sei zur Organisation des Grundeinkommens, wie sich die Mehrwertsteuer-Reform auf Import und Export auswirken würde und schliesslich zur Frage, wie man mit dieser Reform und dem daraus logisch folgenden Grundeinkommen beginnen könnte.

"Man kann einfach beginnen, wenn man will. Beispielsweise in der aktuellen Debatte um die Finanzierung der Invaliden-Versicherung. Das wäre ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Seit längerem denken wir auch, es wäre sinnvoll, mit den Kindern anzufangen. Da gibt es bereits im Ansatz ein Grundeinkommen mit der Kinderzulage für Erwerbstätige und Landwirte und dem Steuerfreibetrag für Kinder in der Einkommenssteuer. Unser Vorschlag ist, allen Kindern ab Jahrgang 2000 ein mehrwertsteuerfinanziertes Grundeinkommen auszuzahlen. Sagen wir 500.– plus 100.– pro Lebensalter im Monat. Das bräuchte ca. 5–6 Milliarden p.a., also gute 2% Mwst. Die jetzigen Leistungen gingen darin auf. Damit wäre ein Zeichen gesetzt dafür, dass es die Kinder sind, die die Zukunft bedeuten, ein Zeichen für die elterliche Erziehung und Betreuung und nicht zuletzt eine entscheidende Hilfe für die Alleinerziehenden, anstatt sie der Sozialhilfe auszuliefern. Es wäre ein stimmiger Anfang ohne Umsturz, der vermutlich bereits nach wenigen Jahren Erfahrung beschleunigt werden könnte."

Ganzes Interview als PDF lesen/ausdrucken

15 Mai 2007

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Der Fragebogen steht im Zentrum der Master-Thesis des MBA ISMOS Lehrganges Sozialmanagement der Wirtschaftsuniversität Wien zum Thema „Grundeinkommen und die Frage der sozialen Gerechtigkeit“.

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