03 Juli 2007

Gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen

Eine Replik von Enno Schmidt auf den Artikel von Horst Siebert in der Frankfurter Allgemeine vom 27. Juni 2007:

Souveräne Wirtschaftsteilnehmer

Link zum Artikel von Siebert

1 Kommentar:

max_meer hat gesagt…

Werter Herr Häni,

dass Herr Siebert als Gläubiger der Zwangsarbeit verstorben ist, darf nicht über die Einwände hinwegtäuschen die erst zu nehmen sind. Ein bedingungsloses Grundeinkommen, gar in existenzsichernder Höhe ließe sich nur umsetzen, wenn dies von einer Mehrheit unterstützt wird. Dass die Leute, die hinter der FAZ stehen - die haben ja diesen Artikel gedruckt - alles aber auch alles in ihrer Macht stehende tun werden, um die Mehrheit des Volkes davon abzuhalten ernsthaft ein bedingungsloses Grundeinkommen in Betracht zu ziehen, sei es weil sie Herrn Sieberts Glauben an die Notwendigkeit dieser Ungerechtigkeiten teilen, sei es weil sie zynisch die Not der anderen als Preis für ihr Wohlleben in Kauf nehemen, dürfte sich von selbst verstehen. Dazu wird, wie zu allen Zeiten, eine Mischung Fakten und Propagander eingesetzt. Ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Zahlen, ein paar Unterstellungen und Angstmache. "Wenn wir unseren" - vor allem ja den der Herren Divideneinnehmer - "Wohlstand nicht durch Zwangsmaßnahmen verteidigen kommend, bricht alles zusammen".
Was in ihrer Replik überhaupt nicht vorkommt, ist der rassistische Einwand des Herrn Siebert. Dass er den Massenmord durch unterlassene Hilfeleistung für wirtschafts-naturgegeben hält, wird schon als selbstverständlich hingenommen, dass er damit chauvinistischen Ängste rechtsradikaler Colour schürt, sollte nicht unkommnentiert hingenommen werden. Denn eins läßt sich nicht leugnen, auf die Frage: Wie stehen die Vertreter eine bedingungslosen Grundeinkommen zum massenhaften Hungertod durch unterlassene Hilfeleistung, muss mensch eine Antwort finden. Wer ein Grundeinkommen nur für "Weiße", Deutsche, respektiv legale in Deutschland Lebende fordert, rechtfertig und unterstützt genau die Maßnahmen zu Abwehr der Hungernden. Die menschenverachtende Gleichgüligkeit mit der Herr Siebert sich darüber ausläßt - wo gerade er als Weltwirtschaftsforscher nicht behaupten kann "von nichts gewußt zu haben" von den Zusammenhängen von Kapital, Profit, Dividende und Massenelend, ist abstoßend. Dieses Problem nicht zu erörtern, hieße ihm zustimmen. Globalisierung heißt auch, es gibt keine deutschen bzw außerdeutschen Probleme - ein Grundeinkommen auf Kosten der Hungernden kann jemand der sich die Befreiung von Zwang auf die Fahnen geschrieben hat, nicht meinen.

mfg max meer