26 Juni 2011

Streitgespräch zwischen Katja Gentinetta und Daniel Häni



Ein Streitgespräch zum bedingungslosen Grundeinkommen in der Zeitschrift context des Kaufmänischen Verbandes der Schweiz:

Katja Genitnetta (politische Philosophin und Moderatorin der Sendung Sternstunde Philosophie im Schweizer Fernsehen) ist eine erklärte Gegnerin des bedingungslosen Grundeinkommens. Sie würde sich mit einen Grundeinkommen möglicherweise aus dem Erwerbsleben zurückziehen und befürchtet, dass viele so reagieren könnten.

Daniel Häni (Unternehmer und Mitbegründer der Initiative Grundeinkommen in der Schweiz) sieht in einem bedingungslosen Grundeinkommen die Form für eine angemessene Teilhabe in unserer Gesellschaft und die Voraussetzung für den künftigen Erfolg.

Zum Streitgespräch:
In welcher Welt leben Sie?
PDF (4 Seiten)

Online-Umfrage zum Grundeinkommen bei Context.

Kommentare:

hudy99 hat gesagt…

Die Frau hat ein seltsames Verständnis von Eigenverantwortung in einem System, das geradezu für Fremdbestimmung steht. Da kann man doch nur lachen....

Jürg hat gesagt…

Katja ist 3 Jahre jünger als Daniel - und doch so viel älter!

Kerin242 hat gesagt…

Die Frau hat ja mal eben überhaupt nichts verstanden...sie schließt von Ihrer Unfähigkeit sich ohne Druck zu beschäftigen auf alle anderen. Mir tut es für sie ja leid, das sie nur arbeitet, weil sie es braucht diktiert zu werden, aber so geht es doch nicht jedem!!!
Ich hoffe doch mal inständig, das so eine Sicht der Welt und im Rückschluss natürlich auf sich selbst ( und nichts anderes kann ich bei dieser Frau erkennen, sie äußert ja deutlich Ihre Angst vor sich selbst und Ihrer möglichen Unfähigkeit damit um zu gehen )seltener vertreten ist...aber ist ist mal wieder ein Beweis, wie negativ das System sich auf den einzelnen auswirkt, wenn die Angst vor der eigenen Reaktion auf ein BGE so groß ist, das sie sie allgemein gültig macht.

Anonym hat gesagt…

Gerade die Befürchtung, die hier auch Frau Genitnetta äußert, daß bei einem Grundeinkommen niemand mehr arbeiten würde, lässt doch durchblicken, daß offensichtlich ein System des Zwangs notwendig ist, um Menschen zum Arbeiten zu bringen. Damit heißt man es doch gut und impliziert, daß im jetzigen System die meisten Menschen jeden Tag aufs Neue zu etwas gezwungen werden, auf das sie bei freier Entscheidung garkeine Lust hätten. Ist das denn eine Welt die man befürworten kann? Ist das eine Welt in der Frau Genitnetta gerne lebt?

Was zudem immer ausgeblendet wird: Das Grundeinkommen sorgt doch lediglich dafür, daß nicht mitten im Wohlstand trotzdem noch die meisten Menschen selbst zum nackten Überleben noch Arbeiten annehmen müssen, die sie verabscheuen. Es geht nicht darum für jedermann dekadenten Luxus ohne Arbeit zu ermöglichen, sondern nur darum, den Gesellschaftsmitgliedern reicher Nationen ein *Überleben* zu garantieren, ohne es an weitere Bedingungen zu knüpfen - was eigentlich die größte Selbstverständlichkeit oder zumindest eines der wichtigsten Ziele sein sollte. Ein Grundeinkommen wäre aber auch nicht mehr als das: Die Sicherheit, auf einem kulturell angemessenen Niveau leben zu können.

Beinahe jeder wird selbstverständlich trotzdem arbeiten wollen um sich seinen jetzigen Lebensstandard weiterhin leisten zu können. Dafür leben wir doch bereits viel zu sehr in einer Konsumgesellschaft, die sich über Statussymbole und Waren definiert, positioniert und füreinander erkennbar macht. Nur würde einigen Menschen dafür vielleicht auch ein Halbtagsjob reichen, was aus einer Arbeitsstelle häufig sogar zwei machen würde. Somit könnte das Grundeinkommen im Gegenteil sogar Arbeitsplätze schaffen. Für die Unternehmen würde sich das ganze auch nicht nachteilig auswirken, denn viele der jetzigen Sozialabgaben fielen ja auch für sie weg, da das Grundeinkommen hauptsächlich über eine Konsumsteuer finanziert werden würde. Und wenn sich dann schließlich für die vielzitierte "Drecksarbeit" keine Interessenten finden würden, dann müssten eben entsprechend höhere Löhne für solche Arbeiten gezahlt werden. Die Unternehmen könnten sich dies leisten, sie könnten dann höchstens vielleicht ein paar Millionen weniger an jährlichen Boni an die Manageretage auszahlen, die damit aber sicherlich immernoch nicht am Hungertuch nagen würde.

karin müller hat gesagt…

spannende diskussion. ich habe inzwischen einige solcher gegenargumente gehört. immer läuft es darauf hinaus, dass wohlstand (was ist wohlstand?) nur über erwerbsarbeit und druck entsteht. aber was nützt uns der sogenannte (finanzielle) wohlstand, wenn wir 40 oder mehr stunden in der woche nur ärger erleben, diesen dann mit konsum kompensieren müssen, unsere angehörigen und freunde nerven mit unserem frust im job?

wohlstand ist für mich lebensqualität und nicht finanzieller reichtum. wenn weniger leute arbeiten, müssten die unternehmen nicht mehr um jeden preis arbeitsplätze schaffen und lauter unmotivierte leute bezahlen. ich möchte gerne mal den volkswirtschaftlichen schaden berechnet haben, der durch über- oder unterforderung am arbeitsplatz entsteht. in der letzten firma, in der ich gearbeitet hatte, waren 90% unmotiviert und unzufrieden - nicht mit dem lohn, sondern mit der arbeit und der firmenkultur. das war in den 90ern noch anders. aber die zeiten haben sich geändert...

ich habe den wandel von der angestellten im hamsterrad zur kreativen unternehmerin selber durchgemacht. inklusive burnout, 2 jahre erfolglose stellensuche und schlussendlich dem entschluss, meine eigene chefin zu werden. und ich würde nie wieder zurück, auch wenn ich jetzt drei mal weniger verdiene als vorher (ich lebe unter dem existenzminimum). einziger wermutstropfen - ich habe ab und zu existenzängste.

die firma hatte mich wegrationalisiert, also ist sie doch nicht mehr auf mich angewiesen. und dass ich 250 absagen kassiert habe trotz akademischem abschluss und 14 jahren berufserfahrung beweist mir, dass eben auch fachkräfte wie ich nicht (mehr) gefragt sind. vielleicht, weil ich halt ansprüche angemeldet habe, an die firmenkultur, an die art der arbeit, etc. vielleicht, weil ich durch meine qualifikation zu teuer gewesen wäre? vielleicht weil ich ein kritischer mensch bin und mir nicht alles gefallen lasse von einem arbeitgeber? ein grund war sicher auch, dass ich für die medienbranche zu alt bin (mit 43!). und das ist nicht nur mir passiert, sondern auch einigen meiner ebenfalls gut qualifizierten freunde.

noch was zur arbeitslosenrate: die ist bei weitem nicht nur 3%, frau gentinetta. sie haben die 230'000 sozialempfänger vergessen sowie leute, die sich von ihren angehörigen finanzieren lassen (partner, eltern etc.), weil sie sich scheuen, aufs sozialamt betteln zu gehen. (ich kenne einige, die sich als freelancer und von ihrem partner subventioniert durchschlagen).

daniel häni, ich finde, du hast dich wirklich gut geschlagen, wiedermal. das problem ist, dass es leider sehr viele leute gibt mit unzeitgemässen, fixen vorstellungen (glaubenssätzen), die man auch mit den genialsten argumenten nicht umstürzen kann. man muss nur im tagi oder in der baz online die kommentare der user anschauen, dann stellt man bald fest, wie die leute sich an slogans festklammern, wie viele sich nur wohl fühlen, wenn sie ein feindbild haben, auf das sie eindreschen können und keine ahnung haben, wie man konstruktiv nach lösungen sucht oder wie man sich überhaupt erstmal auf etwas neues einlässt (egal, ob man's dann umsetzt oder verwirft).

das bge ist für mich ein ort, wo ich menschen treffe, die eben offen sind für neues, die einen positiven blick in die zukunft haben...

Anonym hat gesagt…

Gentinetta: "...Möglicherweise würde ich mich aus dem Erwerbsleben zurückziehen."
Sie scheint ihren Job zu hassen ;-)

Anonym hat gesagt…

Bedingungsloses Grundeinkommen? So ein Quatsch!! Wo bleibt denn die Motivation, überhaupt arbeiten zu gehen? Wer was verdienen will, soll arbeiten. Wie soll dieses Konstrukt überhaupt finanziert werden?? Die Kosten wären gigantisch. Ich jedenfalls wäre nicht bereit, diejenigen mitzufinanzieren, die ihren Job schmeissen, weil sie ja ein Grundeinkommen erhalten, ohne was dafür tun zu müssen- davon gäbe es mit Sicherheit einige. So ein System würde realistisch gesehen nicht lange überleben, es würde früher oder später nicht mehr tragbar sein.

Anonym hat gesagt…

der vorige kommentar ist wieder mal ein vitales beispiel dafür, was karin müller weiter oben mit "wie die leute sich an slogans festklammern, wie viele sich nur wohl fühlen, wenn sie ein feindbild haben, auf das sie eindreschen können und keine ahnung haben, wie man konstruktiv nach lösungen sucht oder wie man sich überhaupt erstmal auf etwas neues einlässt" gemeint hat. es ist wirklich interessant, wie leute mit so wenig ahnung vom thema so vehement auf die idee einschlagen. was daran ist für sie so bedrohlich? es scheint mir ein bißchen so wie die angst der sklavenhalter vor der abschaffung der sklaverei.

karin müller hat gesagt…

die gegner haben wohl noch nicht begriffen, dass auch sie selbst ein grundeinkommen erhalten würden und selber eben auch das recht hätten zu entscheiden, was, wo und wie viel sie arbeiten wollen. auch haben sie nicht begriffen, dass wohl nur 5% der bevölkerung mit dem grundeinkommen zufrieden wäre und der ganze rest natürlich weiterhin dazuverdienen will. vorteil: die erwerbsarbeit würde auf mehr menschen verteilt (teilzeit), und jeder hat erstmal das recht, auch mal nein zu sagen, ohne gleich die existenz aufs spiel zu setzen...

Yorkfield hat gesagt…

Ich würde gerne die Unterstützer des neoliberalen Wirtschaftssystem fragen, was sie denn mit den Menschen zu machen gedenken, die arbeiten wollen aber einfach keinen in Frage kommenden Arbeitsplatz bekommen. Die Menschen sich selber überlassen oder sie aktiv töten ?
Diese Frage ist keinesfalls sarkastisch gemeint, sondern bitter ernst.

Wir können uns nicht als Gesellschaft für die Bedrohung mit dem Enzug der Hilfe zum Lebensunterhalt für erfolglose Existenzen entscheiden, ohne auch eine Antwort für die durch das soziale Netz fallenden Menschen anzubieten.

Welche Antwort also geben wir ihnen ?

Entweder:

1. Euch wollen wir nicht mehr, ihr könnt jetzt elendig verrecken (verhungern, verdursten, erfrieren, Selbstmord)

oder:

2. Wenn ihr möchtet, werden wir euch schmerzlos töten.

Wer sich gegen das BGE ausspricht, kann eigentlich nur für eines der beiden Antworten sein.
Würde er den 1.Satz über die Lippen bringen, wenn er eine betroffene Person vor sich hätte ?
Oder wäre er dazu fähig den Hebel persönlich umzulegen, um eine betroffene Person dadurch zu töten ?

Beide Fälle zeigen mir die eiskalte Fraze von entweder sehr frustrierten oder von sehr, sehr dummen Mitmenschen.

Prof.Dr.Gerald Hüther (Hirnforscher und Neurobiologe) hat diese art geistige Krankheit sehr schön in einem Vortrag von 2008 erklärt.

Hier ist eine kurze Zusammenfassung: Vortrag

Uerseler hat gesagt…

Als Mensch mit Behinderung verfolge ich die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen mit Interesse.
Schauen wir mal auf die aktuelle Diskussion um die Sanierung der hochdefizitären IV: Die Linke und die Rechte liefern sich einen erbitterten Streit um Zusatzfinanzierungen, Anspruchsberechtigungen, Scheininvalide, Zwangsintegrationen, Behindertenquoten und IV-Detektive. Es werden tausende von Gutachten und Gegengutachten erstellt, um festzustellen, ob jemand nun behindert ist oder nicht und welche Kasse nun zahlen muss. Dabei kommt man keinen Schritt weiter.
Ein BGE würde wahrscheinlich vielen Menschen mit Behinderung ermöglichen, ohne überfordernden Leistungsdruck ihre Stärken besser einzusetzen und so aus eigenem Antrieb auch ihren Beitrag zum Wohlbefinden Gesellschaft zu leisten. Sie müssten dann nicht mangels "Leistungsfähigkeit" als Bittsteller bei der IV vorsprechen.

Es geht mir nicht darum, hier eine IV-Debatte anzureissen. Ich möchte nur aufzeigen, wie erfrischend solch positive (wenn auch offenbar nicht ganz neue) Visionen wie das BGE sind. Frei von ideologischen Scheuklappen, frei von populistischen Grabenkämpfen.

Weiter so, und lasst euch nicht von Leuten wie Katja beirren. Sie sind einfach in ihrer anerzogenen Ideologie von Leistung und Wachstum gefangen. Ich jedenfalls werde die Initiative unterstützen und wenn mir meine Behinderung noch etwas überschüssige Kraft gibt, werde ich euch möglicherweise sogar noch etwas aktiver unterstützen.

viel Glück

J. Rutz Zürich hat gesagt…

In welcher Welt leben Sie?

Wie ich ja schon in früheren Beiträgen erwähnte ist es für viele Menschen und vielleicht auch für Frau Gentinetta eben doch noch etwas zu früh über das kurz bevorstehende grosse kosmische Ereignis und die bereits begonnene "Neue Zeit" zu sprechen.

Es gab da einmal eine Zeit, da behalf sich das Leben der spitzen Krallen, der scharfen Zähne und eines langen Schwanzes um zu überleben.
Doch die göttliche Evolution des Bewusstseins schritt voran und gab dem Menschen einen Verstand, der ihm helfen sollte endlich zu erkennen und zu unterscheiden, es war ein praktisches Werkzeug zum überleben. Dieser Verstand ist programmiert 24 Gedanken per Sekunde gleichzeitig und auf einmal zu erfassen und zu verarbeiten, man nennt das die "Flicker-Frequenz".

Doch dann bewegte sich unser Planetensystem in eine Zeitperiode der Dunkelheit hinter den galaktischen Arm des Milchstrassensystems. Es war dann, als auch die Dunkelwesen aus der Dunkelheit erschienen (die humanoiden-Reptilioden), sie versuchten sich auf diesem Planeten Erde niederzulassen und sich zu vermehren, doch ihre Genetik war zu schwach und sie tauchten ab in die dunkle Unterwelt, sie existieren auf den niederigen Frequenzen und ernähren sich ausschliesslich von negativer Energie, von Angst und Schrecken der Tiere und den Menschen. Sie entführten viele Menschen und programmierten deren magnetischen Verstand mit ihren kriminellen Gedanken und Ritualen. Seither beherrschen und missbrauchen sie viele Menschen, sie steuern ihre dunkle Macht über den magnetischen Verstand dieser Menschensklaven und diese vergassen wer sie eigentlich selber wirklich sind. Viele glauben, sie seien ihr Körper, andere glauben, sie seien der Verstand und viele glauben sogar, sie seien ihr Auto.
Aber die göttliche Evolution des Bewusstseins schreitet voran, immer schneller und schneller steigt jetzt die Frequenz des elektrischen kosmischen Lichtfeldes. Am 28. Oktober 2011 bewegt sich unser Sonnensystem einmal mehr aus der Dunkelzeitperiode in den Bereich des galaktischen Photonengürtels und kommt somit in Resonanz mit der höheren Lichtfrequenz der galaktischen Zentralsonne. Das Magnetfeld unseres Planeten Erde wird so immer schwächer und die Temperatur steigt. (N.B. der wahre Grund des Klimawandels).
Diese höhere Frequenz wird auch den wahren Menschen total verändern, der blockierte Zugriff (Pineal Gland Direct Access) auf das allumfassende göttliche Bewusstsein wird wieder aktiviert werden und er wird bewusst das volle Bewusstsein wiedererlangen und sich selbst wiedererkennen. Dieses allumfassende Bewusstsein ist in der Lage über 5 Milliarden Gedanken gleichzeitig und auf einmal zu erfassen und zu verarbeiten, man nennt das "die Intuition".
Die fremdgesteuerten reptilioden Gedanken in seinem magnetischen Verstand werden gelöscht und für ewig verschwinden und er selbst, der göttliche Mensch, wird sein Werkzeug (sein Verstand) wieder selber steuern und dann ist alles möglich! Dann wird er auch bereit sein, die Freie Energie und auch das bedingungslose Grundeinkommen für alle zu begreifen!
Dann werden wir unsere galaktischen Nachbarn treffen!

Frage an Frau Gentinetta:
In welcher Welt wollen Sie leben?

Michel Mortier hat gesagt…

WAS KATJA GENTINETTA BEIM BEDINGUNGSLOSEN GRUNDINKOMMEN (bGE) STÖRT
(In Context, Heft 6/7, 27.6.2011, S.14-17)

Die Bedingungslosigkeit

A: Das bGE ist ein Grundrecht des Bürgers und der Bürgerin und wäre damit ein wichtiger Beitrag zur demokratischen Freiheit. Die Bedingungslosigkeit ist lediglich die Konsequenz aus dieser Freiheit.

Erwarteter Mangel an Eigenverantwortung

A: Die Eigenverantwortung fängt nicht mit dem Erwerbseinkommen an und hört auch nicht mit ihm auf. Davor steht die Verantwortung für die eigene Gesundheit, für das eigne emotionale Gleichgewicht und für die Integrierung in die Gesellschaft. Ein Grundeinkommen wäre ein besseres Mittel für diese Eigenverantwortlichkeiten als der gegenwärtige Kampf um unsichere Arbeitsplätze.

Mehr Mobilität (durch erhöhter finanzieller Freiheit) wäre unökologischer

A: Die gegenwärtig vorgesehene Höhe des bGE würde höchstens ein Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel erlauben, beziehungsweise zum Mitfahren motivieren. In beiden Fällen würde die Anzahl privater Wagen abnehmen, was einen positiven ökologischen Effekt hätte.

Mit dem bGE fällt ein grundlegender Arbeitsanreiz weg

A: Ehrlicherweise sollte hier von einem Arbeitszwang und nicht von einem ‚Anreiz‘ die Rede sein. Der Anreiz entsteht vor allem aus einer Tätigkeit, die den eigenen Talenten und Fähigkeiten entspricht und entsprechend honoriert wird.

Die Kontrolle der richtigen Anwendung des bGE bei den Löhnen würde zu mehr, nicht weniger Bürokratie führen

A: Die Ausgangslage wäre der Lohn zur Zeit der Einführung des bGE. Von diesem würde der Arbeitgeber Fr. 2500 abziehen und die Sozialabgaben für den Restbetrag berechnen. Das Grundeinkommen von Fr. 2500 würde monatlich und automatisch von der zuständigen Behörde überwiesen. Die einzige Kontrolle würde eine steuerliche sein und keine zusätzliche Bürokratie erfordern. Bei einer Vereinfachung des Steuerwesens (die durch die Einführung des bGE begünstigt wäre) würde die gegenwärtige Bürokratie sogar abnehmen, nicht zunehmen

Wohlstand und Wachstum würden zurückgehen (weil weniger arbeiten)

A: Hier ist der Blickpunkt ausschliesslich auf das Lohneinkommen fixiert. Erwerbseinkommen entsteht aber auch durch selbständige Arbeit, die durch das bGE zunehmen würde. Durch das bGE würden auch relativ unattraktive Arbeiten besser entlohnt. Das Wegfallen der Arbeitsunsicherheit und damit der Angst würde zu einer höheren Kreativität führen. Schliesslich würde durch die Bezahlung des bGEs an Jugendliche und Hausfrauen auch der Konsum steigen, der wichtigste Motor der Wirtschaft. Das wären alles Faktoren, die sowohl den Wohlstand wie auch das Wachstum erhöhen würden.

Wäre das bGE einmal eingeführt, könnte man es nicht mehr abschaffen

A: In einer direkten Demokratie liesse sich alles abschaffen!

Michel Mortier
Mitglied B.I.E.N
4.7.2011