09 Januar 2009

Steuersenkungen sind das falsche Mittel

Der Grüne Bundestagsabgeortnete Wolfgang Strengmann-Kuhn mit einem lesenswerten Gastbeitrag in der Frankfurt Rundschau. Es geht um den Unterschied zwischen Steuerfreibetrag und verrechenbarer/ausgezahlter Freibetrag der Steuer:

"Um effektiv durch die Steigerung des privaten Konsums einen konjunkturellen Effekt zu erzielen, müssten die Einkommen mit einer geringen Sparquote erhöht werden. Deshalb sollte der jetzige Grundfreibetrag abgeschafft und durch einen Freibetrag von 500 Euro pro Monat ersetzt werden, der nicht mehr vom Einkommen, sondern von der Steuerlast abgezogen wird. Die Ersparnis aus diesem Freibetrag würde nicht mit dem Einkommen steigen, sondern wäre für alle gleich.

Wer ganz wenig verdient, müsste nicht nur keine Steuern zahlen, sondern würde sogar eine "negative Steuer" zusätzlich zum Einkommen erhalten. Jede Bürgerin und jeder Bürger hätte dann netto mindestens 500 Euro im Monat zur Verfügung.

Geringverdiener hätten nicht nur mehr netto vom brutto, sondern sogar mehr netto als brutto. Dadurch würden genau die Haushalte mit geringer Sparquote gestärkt. Auf diese Weise ließe sich eine maximale konjunkturelle Wirkung erzielen.

Durch diesen einheitlichen Freibetrag könnte das Steuersystem insgesamt drastisch vereinfacht werden. Gleichzeitig würden Unsicherheiten und Existenzängste reduziert, weil die 500 Euro pro Monat immer sicher sind und somit eine Einkommensgarantie darstellen. Von einem solchen Grundeinkommen oder Bürgergeld würden zusätzliche ökonomische Impulse ausgehen, da diese Sicherheit mehr Engagement und Risikobereitschaft zur Folge hätte."

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein Ansatz von CHF 2500.- wie auf dieser Webseite vorgeschlagen ist viel zu hoch! Als alleinlebender Sozialhilfebezüger komme ich mit meinen Brutto 1800.- gut zurecht, ich kann als Nichtraucher sogar ein wenig sparen.

Martin Muther hat gesagt…

Die Höhe des Grundeinkommens sollte den Wohlstand eines Landes symbolisieren und somit nicht zu niedrig angesetzt sein.
Zu niedrig auf keinen Fall da es ja das "Freiheitsplus" sonst nicht hat.

In Zürich mit 1800 alleinstehend wäre knapp kalkuliert.
Die Frage ist welche Sozialleistungen sind hier schon enthalten (Krankenversicherung?)?

Das Prizip fände ich als Jungunternehmer mehr als förderungs würdig. Ich sehe selbst welche Potentiale versteckt bleiben, da man sich damit nicht über Wasser halten kann, für die Gemeinschaft aber äusserst wichtig wären.
Für mich wäre der Grundbetrag von 2000 bis 2500 Franken dem Zweck dienlich.

Allerdings würde ich vorher noch das Bankensystem umkrempeln und alle Zinsen abschaffen und durch einmalige Verwaltungskosten ersetzten.
Ich finde den Film "The World and 5Percent" sehr passend. Die Vorstellung das Geld, Geld erzeugt finde ich so absurrd wie nichts anderes.