06 Dezember 2007

Oxford-Ökonom fordert Grundeinkommen für jedes Kind

"Der britische Ökonom Anthony Atkinson fordert die europaweite Einführung eines Grundeinkommens für Kinder. Das sei das einzig probate Mittel gegen die zunehmende Kinderarmut. Es müsse jedem Kind „ohne weitere Bedingungen“ gezahlt werden, sagte Atkinson in seiner Rede anlässlich der Verleihung des A.SK Social Science Award am gestrigen Dienstag Abend in Berlin. Jeder Mitgliedstaat der EU müsse für die Umsetzung und die Wahl der Instrumente selbst verantwortlich sein. „Die zukünftigen Lebenschancen der Kinder hängen entscheidend davon ab, wie sie heute aufwachsen“, begründete der Preisträger seinen Vorschlag."

Link zum Bericht

Wie man in der Schweiz damit beginnen könnte!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich hoffe, Sie nehmen mir die Kritik nicht übel, aber ich finde Ihren Vorschlag zum Grundeinkommen für Kinder nicht sehr vernünftig. Erstens würden sich alle älteren (also geboren vor 2000) Kinder diskriminiert fühlen. Zweitens finde ich den Betrag einfach zu hoch. Sie meinen 500.- Fr. von Geburt an und dann 100.- Fr. jedes Jahr dazu. Das würde beispielsweise bedeuten, dass schon ein 6-jähriges Kind (beziehungsweise seine Eltern) 1000.- Fr. im Monat bekommen würde. Auch in meinem Bekanntenkreis war die einhellige Meinung: Die Idee ist gut, man muss aber nicht übertreiben. Denn das hätte nicht nur angenehme Folgen und wäre nicht immer im Interesse der Kinder. So manche Eltern würden viele Kinder auf die Welt setzen - nicht weil sie viele Kinder haben wollen, sondern wegen des vielen Geldes. Dies wäre leider zu erwarten.

Ausserdem hat man schon in manchen Ländern das Experiment mit (zu) hohem Kindergeld gemacht, um es dann wieder - aus welchem Grund auch immer - auf ein vernünftiges Niveau zu senken. Mir persönlich scheint, 500.- Fr. bis zum 16. Lebensjahr wäre vernünftig. Denn Kinder leben im Normalfall bis zu diesem Alter noch im Elternhaus, müssen also keine Miete zahlen, erhalten viele Leistungen gratis oder reduziert. Vielleicht wären manche Jugendliche dann nicht sehr motiviert, eine Ausbildung zu machen, wenn sie 1500.- Fr. und mehr jeden Monat vom Staat bekommen würden. In diesem Alter ist der Charakter noch nicht gefestigt und das Verantwortungsgefühl nicht sehr ausgeprägt.

Oder man könnte mindestens bis zum 10. Lebensjahr bei 500.- Fr. pro Monat bleiben und dann jedes Jahr 100.- Fr. dazu zahlen. Das Grundeinkommen darf auf jeden Fall die Menschen nicht dazu motivieren, Kinder nur wegen des Geldes auf die Welt zu setzen.

Mit freundlichen Grüssen
Critica

daniel häni hat gesagt…

liebe critica
danke für ihren kommentar. sie haben ganz recht, über die höhe muss man vernünftig und aus erfahrung abwägen und es gibt dazu vielerlei gesichtspunkt. wenn man mit 500.- beginnt und jedes jahr um 100.- erhöhnt hätte man für die 20jährigen 2500.- und das ist ja wirklich nicht überrissen.
sie hegen ganz stark das bedenken, dass menschen wegen einem grundeinkommen von 500.- kinder zeugen würden. würden sie selber das tun? ich glaube es lohnt sich dieses argument näher zu prüfen und zu schauen aus welcher quelle es kommt.

Critica hat gesagt…

Zitat: „sie hegen ganz stark das bedenken, dass menschen wegen einem grundeinkommen von 500.- kinder zeugen würden.“

Lieber Herr Häni
Das habe ich nicht behauptet, Sie haben mich offenbar falsch verstanden.

Meine Überlegung ist: 500.- Fr. sind ja schon wesentlich mehr als das Kindergeld heute und wohl genug Geld für ein Kleinkind. Deshalb scheint es mir vernünftig, mindestens bis zum 10. Lebensjahr bei 500.- Fr. im Monat zu bleiben.

Nach Ihrem Vorschlag hingegen würden Eltern beispielsweise schon für ein 6-jähriges Kind ein Grundeinkommen von 1000.- Fr. im Monat erhalten. Das ist schon ein schöner Batzen und es wäre zu befürchten, dass bei manchen Menschen das Geld ausschlaggebend wäre, (weitere) Kinder zu bekommen, was für diese Kinder Leid bedeuten könnte. Ausserdem ist das Grundeinkommen als existenzsichernd gedacht, nicht als grüsszügiges Geldgeschenk vom Staat.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich selber kein Kleinkind habe, es handelt sich also um meine persönliche Einschätzung. Es gibt aber sicher Studien, die Bedürfnisse von (Klein-)Kindern berechnen. Sollten diese zum Schluss kommen, dass ein 6-jähriges Kind heute 1000.- Fr. im Monat braucht, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Ich finde auf jeden Fall - Kinder und Jugendliche mit Geld zu verwöhnen ist genauso schlecht wie sie in Armut aufwachsen zu lassen.

Mein Vorschlag wäre weiter:

- Zwischen dem 10. und 19. Lebensjahr wird das Grundeinkommen von 500.- Fr. jedes Jahr um 100.- Fr. erhöht.

- Mit 20 wird es mit einem Schritt auf 2000.- Fr. erhöht.

- Zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr wird es wieder jedes Jahr um 100.- erhöht, bis man mit 25 das volle Grundeinkommen von 2500.- Fr. bekommt.

Sollte das volle Grundeinkommen später beispielsweise 3000.- Fr. im Monat sein, würde man es zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr jedes Jahr um 200.- Fr. statt um 100.- Fr. erhöhen, usw.

Mir scheint einfach die Grenze für das volle Grundeinkommen erst bei 25 Jahren vernünftig.

Mit freundlichen Grüssen
Critica

daniel häni hat gesagt…

liebe critica
danke für ihre ergänzungen und ihren vorschlag, den ich vernünftig finde. ich habe selber 2 kinder (6 und 12 jahre alt) und unser vorschlag beruht auf meiner erfahrung. aber darüber lässt sich natürlich diskutieren und schliesslisch demokratisch entscheiden.
daniel häni

p.s.
wenn sie uns ihre e-mail-adresse senden, informieren wir sie gerne regelmässig über den weiteren verlauf der debatte.

Critica hat gesagt…

Hier meine e-mail-Adresse: critica222@gmx.ch